Künstliche Besamung
Eine fortschrittliche Methode gegen die genetische Verarmung der Rassehundezucht?
Der folgende Text wurde in einer etwas verkürzten Form im Auftrag der Zeitschrift "Hundewelt" verfasst und erschien in der Nummer 4/2007 dieser Zeitschrift
Künstliche Besamung (KB) ist – wenn man sie streng sachlich betrachtet – eine moderne und speziell in der landwirtschaftlichen Nutztierzucht seit vielen Jahren bewährte Methode der Reproduktion. In der Pferdezucht, in der dieses Verfahren zu Beginn mit großer Skepsis betrachtet wurde zählt KB inzwischen auch schon zu den Routinemaßnahmen im Rahmen der Warmblutzucht.
Wie bei jedem technischen Verfahren sind mit der Anwendung der KB Vorteile aber auch Gefahren verbunden, die man kennen und berücksichtigen sollte um größtmöglichen Nutzen aus der Methode zu ziehen
In der Hundezucht herrscht in Hinblick auf KB nach meiner Einschätzung zurzeit eine Einstellung wie anfangs in der Rinder- oder Pferdezucht. Ein großer Teil der Züchter betrachtet das Verfahren mit Misstrauen, einem Misstrauen, das aber in vielen Fällen in erster Linie von unzureichendem Wissen über die relevanten Aspekte der Methodik getragen ist.
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Hundekauf - was man vorher wissen sollte…
Tipps zum Hundekauf aus tierärztlicher und populationsgenetischer Sicht.
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Die Haftung der Züchter
Haben Hundefreunde noch vor gar nicht allzu langer Zeit erfreut zur Kenntnis genommen, dass der Hund nach dem deutschen Grundgesetz keine Sache mehr ist sondern ein "Mitgeschöpf" so werden durch die Bestimmungen des 2002 reformierten Kaufrechts die Verhältnisse wieder umgedreht. In der Verkaufssituation wird der Hund wieder zum Verkaufsgegenstand und damit genau genommen wieder zu einer Sache.
Obwohl eine entsprechende Regelung im Interesse der Hundekäufer grundsätzlich zu begrüßen ist scheint es doch so, das der Gesetzgeber bei der Formulierung des Gesetzes wenig Sachkenntnis in Bezug auf praktische züchterische und genetische Aspekte der Hundezucht eingebracht hat. Und die Auswirkungen dieser neuen Bestimmungen auf die praktische Hundezucht sind zur Zeit noch gar nicht absehbar....
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Genetische Forschung zur Epilepsie beim Hund
Genetische Forschung am und für den Hund hat noch keine sehr lange Geschichte. Da Forschung insbesondere im genetischen Bereich teuer ist sind Wissenschaftler mehr und mehr auf die Zuteilung von Forschungsgeldern angewiesen. Und diese werden eher solchen Projekten zugesprochen die von großem Allgemeininteresse sind und weniger Projekten, die sich mit einer Tierart befassen, deren Bedeutung für den Menschen sich nach landläufigen Interpretationen im Hobbybereich bewegt. Erst die Aufmerksamkeit, die durch die Entschlüsselung des genetischen Codes bei Hunden der genetischen Ähnlichkeit zwischen Mensch und Hund geschenkt wurde brachte einen Anstoß in eine Richtung, die heute Entwicklungen in einem fast unglaublichen Tempo beobachten lässt.
Dies ist eine Entwicklung, die vielleicht auf den ersten Blick für den Hund nur eine Rolle als wissenschaftliches Instrument vorsieht. Denn die Ähnlichkeit zwischen Krankheiten des Hundes und des Menschen lässt Analogien auch im molekulargenetischen Bereich erwarten und macht daher den Hund als Tiermodell für menschliche Erkrankungen interessant. Dazu kommt der Aspekt, dass im Gegensatz zum Menschen, der sich aus populationsgenetischer Sicht im Sinne von Zufallspaarung fortpflanzt, der Hund kleine streng abgeschlossene Fortpflanzungsgemeinschaften in Form von Rassen bildet. Die genetische Isolation, die sich für die Rassen zwar zum Teil mehr als verhängnisvoll auswirkt, ist für die molekulargenetische Krankheitsforschung ein absoluter Glücksfall. Denn nur in solch abgeschlossenen Familienstrukturen lässt sich die gemeinsame Weitergabe von Genen von Generation zu Generation mit der Exaktheit verfolgen, die für die Entwicklung und Etablierung von molekulargenetischen Nachweismethoden erforderlich ist.
Und das Prinzip bewährt sich. Die Entwicklung von molekulargenetischen Diagnoseverfahren boomt. Was von der Forschungsintention her dem Menschen nützen soll, nützt auch dem Hund. Laufende Projekte eröffnen die Hoffnung auch solche Krankheiten in Zukunft bekämpfen zu können, die sich bisher einer züchterischen Bearbeitung hartnäckig entzogen haben.
Eine solche Erkrankung ist die Epilepsie.
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Angeborene Defekte - Erblich oder nicht?
Jeder Züchter kennt oder fürchtet die Situation. Der lang erwartete Wurf ist geboren, Hündin und Welpen liegen gesäubert und zufrieden in der Wurfkiste, der Züchter sitzt mit leuchtenden Augen davor und freut sich an dem frisch geborenen Familienglück.
Und dann, auf einmal, fällt bei einem oder mehreren der Welpen etwas auf. So kann bei einem der Welpen etwas Milchschaum aus der Nase quellen, einer der Welpen trinkt nicht richtig oder wirkt schlaff, bei einem Welpen zeigt sich eine Vorwölbung am Bauch, oder eine Hautöffnung am Rücken, ein Welpe kann verdrehte oder verkrümmte Gliedmaßen haben, oder einen Spalt quer über das ganze Gesicht ...
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Abstammungskontrolle
Papier ist geduldig, das ist eine alte Weisheit und gilt auch in der Hundezucht. Und wenn man als Käufer um einen stolzen Betrag den wertvollen Rassewelpen mitsamt dem dazugehörigen Abstammungsnachweis vom Züchter entgegennimmt, dann ist es im Grunde ein Akt des Vertrauens wenn man davon ausgeht, dass die Angaben im Abstammungspapier auch tatsächlich der Realität entsprechen. In den meisten Fällen ist das Vertrauen gerechtfertigt, aber eben nicht in allen.
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