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In der Übersicht finden Sie die ersten 1-2 Absätze eines jeden Artikels, sortiert nach Erstellungsdatum, - den neuesten also jeweils als ersten.

Dela

Dela ist der jüngste und neueste unserer Hunde. Und sie ist eigentlich noch ein ganz unbeschriebenes Blatt. Dem Charme des Welpenalters gerade erst entwachsen ist sie gerade dabei ihre Persönlichkeit zu entwickeln und zu testen. Als Testobjekte dienen ihr Herrchen, Frauchen und Shira. Auf den stärksten Widerstand stößt sie bei .....Shira, wir müssen es uns ehrlich eingestehen.

Dela liegend Dela ist ein Schapendoes und das Hochzeitsgeschenk lieber Freunde. Naürlich konnten wir uns die Rasse und den Welpen selbst auswählen. Sie ist in ihrem Äußeren der klassische Hütehund: Zottiges Fell, ein Schopf aus dem die schönen Augen nur gelegentlich herausschauen - man sieht sie geradezu die Schafherde auf windumwehter Geest umkreisen. Wir mußten bis nach Deutschland fahren um einen Welpen zu bekommen [hier] da in Österreich die Zucht praktisch von einem einzigen grösseren Züchter monopolisert wird bei dem aber in absehbarer Zeit keine Hündin zu bekommen war. Glücklicherweise zeichnet sich ab dass sich jetzt auch weitere Schapendoes-Besitzer züchterisch betätigen. Diese Rasse hat nämlich einige Vorzüge die sie zu einem wirklich angenehmen, mittelgrossen Familien- und Begleithund macht.

Die Schapendoes sind zwar aus alten niederländischen Hütehunden herausgezüchtet worden, sind aber als Reinzuchtrasse noch recht jung und vergleichsweise gesund, - dies nicht zuletzt da sowohl der Niederländische als auch der Deutsche Zuchtverband eine recht vernümftige Zuchtarbeit betreiben bei der Extreme vermieden und ein recht "normaler" Hund angestrebt wird. Dem entsprechend ist die Population noch oder auch glücklicherweise recht uneinheitlich so dass man durchaus unterschiedliche aber dennoch typvolle Schapendoes bekommen kann. Dela liegt von Grösse und Gewicht im mittleren Bereich und ist insbesondere nicht so lang wie wir es gelegentlich bei Hunden aus Österreichischer Zucht gesehen haben. Ihre Ohren sind etwas schwerer als dies im Rassestandard gewünscht wird was bei einer möglichen Nachzucht zu berücksichtigen wäre. Dafür hat sie dann einen ordentlich langen Schweif was bei den Schapendoes obwohl gewünscht durchaus nicht immer der Fall ist. Hoffen wir dass sie von der in der Rasse gelegentlich auftretenden PRA verschont bleibt.

Dela mit vom Wind verwehten Haaren Vom Charakter her hat Dela bislang all unsere Erwartungen erfüllt. So ist sie ein ausgesprochen unproblematischer, angenehmer und leichtführiger Hund der ungemein freundlich zu allen Menschen und Tieren ist. Während sie draussen temperamentvoll und bewegungsfreudig ist, ist sie im Hause meist ruhig und bellt mit ihrer angenehmen, sonoren Stimme nur bei gegebenem Anlass. Zeitweise hatten wir die Sorge dass sie ein wenig schreckhaft und ängstlich ist. Aber das waren wohl nur Entwicklungsphasen. Heute bleibt sie auch im dicksten Verkehr ruhig und gelassen und dies auch ohne dass wir sie auf solche Situationen in besonderem Maße vorbereitet hätten. Ähnlich wie Nicoline kann sie sich wenn es ihr einmal langweilig wird durchaus selbst beschäftigen. Sie verschwindet dann für einige Zeit in Hof und Garten, spielt mit den Katzen, jagt sie vielleicht auch einmal ein wenig, frißt Pferdeäpfel, schnüffelt irgendwelchen Spuren nach oder liegt einfach nur faul herum und beobachtet was so vorsichgeht.

Wieviel Erziehung braucht der Hund ?

Sicherlich sind Obedience, Agility oder eines der anderen derartigen Angebote eine gute Sache, machen Spass und sind der Entwicklung des Hundes zuträglich. Aber wirklich notwendig ist so etwas dann nicht wenn man sich für eine geeignete Rasse entscheidet und die sonstigen Lebensverhältnisse den Bedürfnissen der Hunde entgegenkommen. Und dies sind in erster Linie Bewegung, Anregung und die wenn möglich ständige Nähe zu uns Menschen. Sind diese Voraussetzungen gegeben so werden die Hunde ein selbstverständlicher Bestandteil des Lebens in das sie sich (meist ) problemlos einfügen.

Unsere Hunde leben mit Pferden, Katzen und eben auch uns Menschen in ländlicher Umgebung und laufen bei allem was wir tun mit. Abgesehen von einem oder zwei täglichen längeren Spaziergängen, auch schon mal einer kleinen Radtour oder gelegentlichem Spielen kümmern wir uns eigentlich nicht allzuviel um sie. Ohne besonderen Aufwand lernen sie auch fast nebenher die elementaren Kommandos wie "KOMM ! ", "SITZ ! ", "AUS ! " und einige wenige andere die sich aus dem Alltag ergeben, viel mehr benötigen wir nicht. Wenn sie mangels Übung im Gehorsam allzu nachlässig geworden sind gibt es einige kleinere Lektionen und es klappt wieder. Sie sind leinenführig was aber nur in der Stadt oder bei besonderen Gelegenheiten notwendig ist. Ansonsten laufen sie fast immer frei herum, beschnüffeln alles und jedes und begegnen so auch andern Hunden und Menschen. Vielleicht sollten wir ihnen die eine oder andere kleine Unart abgewöhnen, aber der Aufwand steht da selten in angemessener Relation zum Problem und so lassen wir es eben meistens. Ebenfalls fast nebenbei lernen sie zu Hause einige Stunden alleine zu verbringen oder auch kurze Zeit im Auto allein gelassen zu werden. Und das wäre dann schon alles ...

Sicherlich stellt sich das im fünften Stockwerk einer Stadtwohnung und mit einem temperamentvollerem Jagdhund oder einem aggressiveren und womöglich sozial expansiven Schutzhund alles anders dar. Hier sind zweifellos konsequente Erziehung und regelmässige, den Hund fordernde und fördernde Aktivitäten geboten.

Der Aufwand den wir mit einem Hund betreiben müssen damit er gesund bleibt und sich artgerecht entwickelt hängt also sowohl von den Lebensverhältnissen als auch der Rasse ab. Glücklicherweise haben wir ja bei der Rasse die Möglichkeit unseren Hund entsprechend unseren Lebensverhältnissen, unseren Interessen und dem Aufwand den wir betreiben wollen oder können auszusuchen.

Auffällig ist das Dela es schlechter als meine anderen Hunde verträgt auch einmal alleine gelassen zu werden. Wer also seinen Hund regelmässig etwas längere Zeit alleine lassen muss sollte wohl besser davon Abstand nehmen gerade einen Schapendoes auszuwählen. Auch sonst gehört sie eher zu den sensiblen Hunden: Ein etwas strengeres Wort reicht um ihr klar zu machen wer das sagen hat, mehr ist nicht notwendig und auch schädlich.

Eines haben wir sicherlich unterschätzt: Ihr zottige Fell ist vergleichsweise pflegeintensiv was gelegentlich dazu führt dass ich nach einer längeren und für sie wohl unangenehmen Pflegesitzung mit einem beleidigten Hund konfrontiert bin der sich nur zu gerne von Herrchen trösten läßt. Wenn ich nach einem Spaziergang bei Matschwetter die mitgebrachten Lehmklumpen in der Dusche abgewaschen oder die dicken Klumpen von Kletten aus ihrem Fell entfernt habe muss ich damit rechnen dass sie den Rest des Tages nicht mehr mit mir spricht. Gottseidank ist Dela nicht wirklich nachtragend. Bei der nächsten Leckerli-Verteilung (die auch prompt folgt) ist der Ärger auch schon wieder vergessen.

Die folgenden beiden Bilder zeigen das Problem unter dem Mikroskop:


Ein Haarbüschel von Shira.

Ein verfilzter Haarknoten von Dela.
Und hier die Werkzeuge zur Behebung des Dilemmas:

 

 Angenehm ist dass Dela über einen nur wenig entwickelten Jagdtrieb verfügt. Zwar kann sie einem davonlaufendem Feldhasen oder einem aufgehenden Schwarm von Wildenten nicht widerstehen, aber spätestens wenn sie aus unserem Gesichtsfeld verschwindet kommt sie zurück. Auffällig ist das sie die offene Feldflur und freie Wege dem Herumstöbern in Gebüsch oder Wald eindeutig vorzieht (Kann das von anderen Schapendoesbesitzern bestätigt werden ?). Es ist wohl nicht allzuweit hergeholt hierin eine Anpassung an die offene Heidelandschaft ihrer niederländischen Heimat zu sehen. Bemerkenswert ist weiter ihre Beweglichkeit, ihr eleganter, leicht federnder Gang und ihre Sprungkraft, wohl alles ein Erbe des ursprünglichen Arbeitshundes das glücklicherweise züchterisch erhalten worden ist.

Bei all ihren Vorzügen, ihren individuellen aber auch denen der Rasse, war dennoch nicht zu übersehen das ein zotthaariger Hund unter unseren Lebensverhältnissen (und nur denen!) Probleme bereitet die wir weder uns noch den Hunden unbedingt zumuten wollen so dass wir von der Idee einer Nachzucht im Laufe der Zeit zunehmend Abstand genommen haben. Wir leben hier in Niederösterreich in einer Feldlandschaft mit Tonböden die sich bei Regen in einen glitschigen Morast verwandeln und Dela sieht bei solchen Wetterverhältnissen bis zur halben Höhe nur noch braun aus was ja keineswegs ihre natürlichen Färbung entspricht. Und trocknen tut das lange, zottige Fell auch nicht gerade schnell. Das alles sieht natürlich in den windigen und sandreichen Gebieten der nordeuropäischen Tiefebene, aber auch im städtischen Umfeld, in Gebirgsregionen oder solchen mit Wald und Wiesen ganz anders aus. Zu lernen ist hieraus das regionale Besonderheiten und solche der konkreten Lebensverhältnisse - unsere Hunde sind wohl weit öfters draussen als das üblich ist - bei der Wahl einer Rasse angemessen berücksichtigen werden sollten.

Nun, mit nicht jedem dafür geeigneten Hund muss man züchten und Dela ist wegen ihres sensiblen, angenehmen Charakters, ihrer Leichtführigkeit und ihrem charaktervollem Aussehen dennoch eine gute Wahl gewesen. Sie muss bei uns halt öfters als unsere anderen Hunde unter die Dusche.

Dela starb am 07.07.2006 im Alter von nur 3 1/2 Jahren an einer unheilbaren, chronischen Nierenentzündung. [mehr hierzu...]

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