Qualzucht
Dieser Aufsatz ist eine überarbeitete und aktualisierte Version eines ursprünglich im Auftrag des ÖKV erstellten Gutachtens. Er stellt einen Literaturreview dar und beruht nicht auf eigenen Untersuchungen. Literatur wurde bis zum Jahr 2003 berücksichtigt.
Einführung
Die Beziehung zwischen Menschen und Hunden ist eine Beziehung besonderer Art. Kein anderes Haustier hat eine so lange Domestikationsgeschichte wie der Hund und kein anderes Haustier lebt in so enger Gemeinschaft mit dem Menschen wie der Hund. Aber auch kein anderes Haustier war menschlicher züchterischer Einflussnahme in so extremer Form ausgesetzt. Die Vielfalt an Formen und Farben geht teilweise weit über die Grenzen der physiologischen Variation der Tierart Hund hinaus. Die große Zahl der Rassen mit ihren unterschiedlichen Exterieurstandards zeigen in nicht ganz unproblematischer Form die sehr unterschiedlichen Motivationen des Menschen für die Zuchtarbeit am Hund.
Abgesehen von geographisch bedingten Unterschieden in Bezug auf Fellfarbe und Fellänge, Knochenbau oder Ohrenform die allenfalls auch bereits bewusst züchterisch bevorzugt wurden entstanden die ersten Hunderassen als Folge der Selektion auf bestimmte Verwendungsmöglichkeiten (SEUPEL, 1976; STOCKMANN und ALDINGTON, 1985; ZIMEN, 1988). In erster Linie nutzte der Mensch wohl den Kampf- und Schutztrieb des Hundes. Daraus entstanden die ersten Hütehunde die die Herden gegen den Angriff von Wölfen oder Kojoten beschützten (FINGER, 1988), die ersten Jagdhunde die u.a. für die Jagd auf wehrhaftes Wild eingesetzt wurden, die ersten Hofhunde zur Bewachung der menschlichen Siedlungen und später die Kriegshunde, die als lebende Waffen mit in den Krieg zogen (ZIMEN, 1988).
Rassestandards im heutigen Sinn gab es in den Anfängen der Hundezucht sicher keine. Zur Fortpflanzung kamen die Hunde die für den jeweiligen Verwendungszweck am besten geeignet waren. Da für alle genannten Nutzungen große, kräftige und mutige Hunde die besten Voraussetzungen boten werden sich wohl die ersten rasseähnlichen Fortpflanzungsgemeinschaften des Hundes weder in Bezug auf ihr Exterieur noch in Bezug auf ihren Charakter wesentlich voneinander unterschieden haben.
Spezialisiertere Verwendungszwecke führten später zu stärker differenzierten Körperformen wobei die meisten der heute im Standard der verschiedenen Hunderassen festgelegten Exterieurmerkmale ihren Ursprung in einer ganz bestimmten Verwendung der ursprünglichen Hunderasse haben.
Das Exterieur der Englischen Bulldogge ist z.B. in engem Zusammenhang mit der früheren Verwendung als Bullenbeißer zu sehen (STOCKMANN und ALDINGTON, 1985). Der "Sport" des Bullenbeißens entstand im England des 13. Jahrhunderts und die damalige Bulldogge war von Ihrem Körperbau her perfekt geeignet im Kampf gegen den Bullen zu bestehen. Die einzige Chance dass ein Hund den körperlich so viel stärkeren Bullen besiegt ist gegeben wenn es dem Hund gelingt den Bullen am empfindlichen Flotzmaul zu packen und festzuhalten. Da der Bulle grundsätzlich mit tiefem Kopf kämpft ist dazu ein kleiner Hund besser geeignet als ein großer. Die niedere, kräftige Gestalt der Bulldogge mit der dicken losen Haut ermöglicht dem Hund das Flotzmaul des Bullen von unter her zu packen sowie, wenn notwendig, unter dem Bullen durchzurollen. Auch die Form des Kopfes war an den Verwendungszweck angepasst. Der kurze Fang bot die notwendige Muskelkraft um fest zupacken zu können und die zurückgedrängte Nase ermöglichte es dem Hund auch bei längerem Festhalten am Flotzmaul noch Luft zu bekommen. Die tiefen Hautfalten rund um die Schnauze waren ebenfalls günstig weil darin das Blut des verletzten Bullen abfließen konnte ohne dem Hund die Nase zu verstopfen.
Die Kurzbeinigkeit (Chondrodystrophie) verschiedener Hunderassen ergab sich aus unterschiedlichen Gründen. Kurzbeinige Jagdhunde wie Basset und Dackel stammen aus der Gruppe der Bracken und sind für kleinere Reviere auf Grund ihrer geringeren Schnelligkeit (Basset) bzw. für die Arbeit unter der Erde (Dackel) besser geeignet. Die Kurzläufigkeit des Pekingesen hatte den Vorteil dass er unter den sehr niedrigen chinesischen Tischchen Platz fand (SEUPEL, 1976).
Das steile Sprunggelenk des Chow Chow ergab sich aus seiner ursprünglichen Verwendung als Masttier und führte zu einer Einschränkung der Beweglichkeit die den Masterfolg begünstigte (STOCKMANN und ALDINGTON, 1985). Es hatte also im übertragenen Sinn die gleiche Bedeutung wie die Kälberboxen in der modernen Kälbermast. Ebenso im Zusammenhang mit der Verwendung als Speisehund stehen die Hautfalten des Shar Pei. In gerösteter Form sollen sie eine ganz besondere Delikatesse darstellen.
Diese Beispiele sind nur exemplarisch zu sehen sollen aber zeigen dass extreme Standardvorgaben zwar durchaus einen Sinn haben der aber in engem Zusammenhang mit den jeweiligen Nutzungsrichtungen steht. Ändert sich die Nutzung machen nutzungsangepasste Exterieurmerkmale keinen Sinn mehr. Sie mutieren zu rein optischen und dem menschlichen Geschmack unterworfenen Modetrends.
Eine Reihe von Rassemerkmalen ist aus veterinärmedizinischer und tierschützerischer Sicht als bedenklich anzusehen. Von Veterinärmedizinern wurden auch immer wieder detaillierte Probleme angeführt und die Modifikation von Rassestandards bzw. ein Verbot von sogenannten Qualzuchten gefordert (WEGNER, 1991; WEGNER, 1993; WEGNER, 1994; WEGNER, 1995; HERZOG, 1997).
Zur Rechtslage
Tierzucht wird zwar grundsätzlich gesetzlich geregelt, die gesetzlichen Bestimmungen betreffen aber ausschließlich landwirtschaftliche Nutztiere. Im Heimtierbereich kann genau genommen jeder züchten was und wie er will. Da es auch ohne größeren Aufwand möglich ist einen Hundezuchtverband zu gründen und im Computerzeitalter auch die Erstellung attraktiver Abstammungspapiere kein Problem darstellt, ist züchterischem Wildwuchs Tür und Tor geöffnet. Allerdings gehört ein Großteil der Hundezüchter einem der großen nationalen Zuchtverbände an, die wiederum von internationalen Dachverbänden anerkannt werden.
In diesen Zuchtverbänden gibt es Zuchtstatuten denen sich die Züchter durch ihre Mitgliedschaft freiwillig unterwerfen. Diese Zuchtstatuten regeln u.a. die Grundlage der Zuchtzulassung. Voraussetzung dafür ist bei allen Rassen eine Formwertnote in einer vom Rassezuchtverband vorgeschriebenen Höhe. Im Weitereren wird bei vielen Verbänden inzwischen hinsichtlich bestimmter Erbfehler eine Untersuchung der Zuchttiere vorgeschrieben. Erfüllt eine Hündin oder ein Rüde die vom Rassezuchtverband festgelegten Voraussetzungen nicht kann das Tier dennoch zur Zucht eingesetzt werden. Die Welpen werden in diesem Falle in das sogenannte B-Zuchtbuch eingetragen (zumindest beim ÖKV ist das so). Die Verantwortung für den Zuchteinsatz eines Hundes liegt somit allein in der Hand des einzelnen Hundebesitzers.
Die einzige Möglichkeit gesetzlich in die Hundezucht einzugreifen ist über die Tierschutzgesetzgebung im Rahmen der sogenannten Qualzuchtbestimmungen gegeben.
1. Europa
Am 13. November 1987 wurde die Europäische Konvention zum Schutz der Heimtiere vom Europarat verabschiedet. Artikel 5 behandelt die Zucht von Heimtieren:
In der Resolution über die Zucht von Haustieren, die in der multilateralen Verhandlung am 10. März 1995 angenommen wurde, beschlossen die Vertragspartner
- in dem Bewusstsein, dass bei der Einführung dieser Bestimmungen mit Problemen zu rechnen ist, insbesondere bei der Entwicklung von für die Gesundheit und das Wohlergehen der Tiere extrem nachteiligen Merkmalen;
- in der Überzeugung, dass diese Probleme in hohem Maße mit der Art und Weise in Zusammenhang stehen, wie die Zuchtstandards formuliert sind und interpretiert werden:
- in Anbetracht der Tatsache, dass folglich eine Revision der Zuchtstandards erforderlich ist, um die Anforderungen von Artikel 5 der Konvention zu erfüllen:
die Zuchtverbände, insbesondere die Zuchtverbände für Katzen und Hunde, zu ermutigen
- die Rassestandards zu überdenken um erforderlichenfalls jene anzupassen, die potentielle Probleme für das Wohlbefinden insbesondere im Lichte der im Anhang dargestellten Empfehlungen zu bringen.
- die Standards neu zu überdenken und die Tiere nicht nur unter Bedachtnahme auf ästhetische Kriterien sondern auch auf Verhaltensmerkmale (beispielsweise in Bezug auf Aggressionsprobleme) und Fähigkeiten auszuwählen.
- durch gute Information und Fortbildung für die Züchter und Richter zu gewährleisten, dass die Zuchtstandards so interpretiert werden, dass sie der Entwicklung extremer Merkmale (Qualzucht), die zu Gesundheitsproblemen führen, entgegenwirken können.
- Die Öffentlichkeit für die Probleme zu sensibilisieren, die mit bestimmten Merkmalen des Körperbaus und des Verhaltens von Tieren verbunden sind.
Sollten diese Maßnahmen nicht ausreichend sein, die Möglichkeiten eines Zuchtverbotes und der Abschaffung von Ausstellungen und Verkauf bestimmter Typen oder Rassen in Betracht zu ziehen, wenn die Merkmale dieser Tiere gesundheitsgefährdenden Zuchtfehlern entsprechen.
2. Deutschland
Das Deutsche Tierschutzgesetz enthält seit 1985 den Par. 11b der besagt:
3. Österreich
In Österreich gibt es seit dem 1.1.2005 ein bundeseinheitliches Tierschutzgesetz.
Österreichisches Bundestierschutzgesetz
Nach Paragraph 5 dieses Gesetzes ist der Tierquälerei verboten. Hier der Wortlaut des Paragraph 5(1):
§ 5. (1) Es ist verboten, einem Tier ungerechtfertigt Schmerzen, Leiden oder Schäden zuzufügen oder es in schwere Angst zu versetzen.
In Absatz 2 werden dann die einzelnen Tatbestände von Tierquälerei aufgezählt wobei als erster Tatbestand Qualzüchtungen behandelt werden. Hier der Wortlaut des Gesetzes:
(2) Gegen Abs. 1 verstößt insbesondere, wer
1. Züchtungen vornimmt, die für das Tier oder dessen Nachkommen mit starken Schmerzen, Leiden, Schäden oder mit schwerer Angst verbunden sind.
Die Problematik dieses Abschnittes liegt in dem Wörtchen "stark". Genügt es für den einfachen Tatbestand von Tierquälerei bereits dem Tier Schmerzen, Leiden oder Schäden zuzufügen so sind es erst starke Schmerzen, Leiden oder Schäden, die züchterisch bedingtes Merkmal zur Qualzüchtung und damit verboten im Sinne des Tierschutzgesetzes machen.
Weitere den Tierschutz betreffende Regelungen finden sich im § 222 des österreichischen Strafgesetzbuches nach dem rohe Misshandlung eines Tieres sowie seit 2002 das Aussetzen eines Tieres, Hetzen von Tieren aufeinander sowie die mutwillige Tötung von Wirbeltieren verboten ist. Weiter definiert das ABGB in § 285a dass Tiere keine Sache sind und in § 1332a, dass nach Verletzungen von Tieren dem Besitzer Schadenersatz in der tatsächlichen Höhe der notwendigen Therapiekosten zusteht. In der Salzburger Landesverfassung ist der Tierschutz außerdem als Staatsziel definiert.
Generell zielt die Tierschutzgesetzgebung darauf ab, Tatbestände zu definieren und zu verbieten, die bei Tieren zu Schmerzen, Leiden oder Schäden führen. Eine möglichst genaue und nachvollziehbare Definition dieser Begriffe ist eine wesentliche Voraussetzung für die Exekutierbarkeit der Tierschutzgesetze. So ist (TROXLER, 2002):
- Schaden zu definieren als "Schädigungen lebender Substanz sowie Schädigungen psychischer Art ".
- Schmerz zu definieren als "unangenehme sensorische oder gefühlsmäßige Erfahrung, die mit akuter oder chronischer Gewebsschädigung einhergeht ".
- Leiden zu definieren als "jede nicht vom Begriff des Schmerzes umfasste Beeinträchtigung von Wohlbefinden, die über ein schlichtes Unbehagen hinausgeht und eine nicht ganz unwesentliche Zeitspanne fortdauert ".
Da Tiere nicht die Möglichkeit der verbalen Kommunikation von Schmerzen oder Leidenszuständen haben, ist man auf non verbale Anzeichen von Leiden angewiesen. Dazu zählen z.B. (TROXLER, 2002):
- Zusammenbruch des artspezifischen tagesperiodischen Aktivitätsmusters
- Stereotypien
- Ausfall oder Reduktion von Komfortverhalten
- Ausfall oder starke Reduktion von Explorationsverhalten
- Ausfall oder starke Reduktion von Spielverhalten
- Apathie
Abgesehen von den objektivierbaren Leidenskriterien ist aus ethischer Sicht ein zu schützendes Kriterium auch die Würde des Tieres. So fordert z.B. ein deutscher Theologe unter dem Titel " Das Tier - ein Mitgeschöpf ?" u.a.: "Das Tier muss als fühlendes Lebewesen mit Recht auf Leben und auf körperliche Unversehrtheit gewürdigt werden" (HUBERT, 1997).
Heimtiere im Sinne der Tierschutzgesetzgebung sind definiert als Tiere, die der Mensch insbesondere in seinem Haushalt zu seiner Freude und als Gefährten hält oder die für diesen Zweck bestimmt sind oder gezüchtet werden. Insbesondere zählen dazu Hunde, Katzen, Kaninchen, Meerschweinchen, Hamster, Streifenhörnchen, Mäuse, Ratten, Gerbile, Degus, Chinchillas, Frettchen, Astrilde, Amadinen, Plattschweifsittiche, Agarporniden, Nymphensittiche, Kanarienvögel, Beos, Zwergwachteln, Ziergeflügel, Tauben und Zierfische ( 15a BVG-Vereinbarung Artikel 2, 1b )
Zu den wichtigsten, im Zusammenhang mit der Heimtierhaltung zu betrachtenden Tatbeständen der Tierquälerei zählen folgende:
- Kupieren
- Qualzuchten
- Haltung
- Hundekämpfe
- Gefährliche Hunde
- Töten ohne vernünftigen Grund
Qualzucht ist somit auch in Österreich ein tierschutzrelevanter Tatbestand. Nach der 15a BVG-Vereinbarung, Artikel 3, 2c sind Züchtungen, die dem Tier oder dessen Nachkommen schwere Schmerzen oder Leiden bereiten oder mit Schäden oder schweren Ängsten für das Tier oder dessen Nachkommen verbunden sind, als Qualzuchten anzusehen und damit verboten.
4. Qualzuchtrelevante Tatbestände
Kaum ein anderer Bereich des Tierschutzes ist so schwierig zu exekutieren wie der Bereich der Qualzuchten, denn kaum ein anderer Tatbestand der Tierquälerei ist so schwierig zu objektivieren. Es gibt taxative Auflistungen von Merkmalen, die als Qualzucht zu definieren sind (EUROPEAN CONVENTION FOR THE PROTECTION OF PET ANIMALS, 1995, BARTELS und WEGNER, 1998, SACHVERSTÄNDIGENGRUPPE TIERSCHUTZ UND HEIMTIERZUCHT, 2002). So zählen z.B. beim Hund Merkmale wie Riesenwuchs, Zwergwuchs, Chondrodystrophie, Brachycephalie, Merletigerung etc. zu den Qualzuchtmerkmalen, bei der Katze z.B. Brachycephalie, Haarlosigkeit, Kippohren, beim Kaninchen z.B. extrem lange Ohren, bei Fischen z.B. Varianten wie Teleskopgoldfische oder Papageienbuntbarsche, bei Vögeln z.B. Haubenbildung oder übermäßige Kropfbildung.
Wieweit aber in einem einzelnen Fall für das betroffene Tier Schmerzen, Leiden oder Schäden vorliegen, bzw. ab welchem Ausmaß eines "Qualzuchtmerkmals" dies tatsächlich den Tatbestand der Tierquälerei erfüllt ist sehr schwierig zu objektivieren und damit ist auch die Exekutierbarkeit der Qualzuchtbestimmungen grundlegend in Frage gestellt.
Besonders erschwert wird die Umsetzbarkeit nach dem österreichischen Bundestierschutzgesetz da hier als Qualzucht nur solche Merkmale gelten, die "dem Tier oder dessen Nachkommen starke Schmerzen oder Leiden bereiten oder mit Schäden oder schweren Ängsten für das Tier oder dessen Nachkommen verbunden sind", während in anderen Fällen der Tatbestand der Tierquälerei bereits erfüllt ist, wenn dem Tier "Schmerzen, Leiden, Schäden oder schwere Angst" zugefügt wird.
Wie schwierig die Umsetzung in der Praxis tatsächlich ist, zeigt die Situation in Deutschland, wo der entsprechende § 11 b des Tierschutzgesetzes seit 1985 in Kraft ist und nach wie vor bei zahlreichen Rassen als Qualzucht zu interpretierende Merkmale zu finden sind.
Nicht zu vergessen ist im Zusammenhang mit der Definition von Qualzucht dass es gerade in Hundepopulationen eine sehr große Verbreitung von Erbkrankheiten gibt die ebenfalls zu Schmerzen, Leiden und Schäden bei den betroffenen Tieren führen und dass damit der Tatbestand der Qualzucht auch dann erfüllt wird wenn bewusst mit Tieren gezüchtet wird die solche Erbfehler bekannterweise vererben.
Bei Betrachtung der Standards der im Rahmen der Europäischen Konvention zum Schutz der Haustiere im Anhang zur Resolution über die Zucht von Haustieren angeführten Rassen zeigt sich dass sich die aus den beanstandeten Rassemerkmalen ergebenden Gesundheitsprobleme in vielen Fällen durch Modifikation des Standards reduzieren ließen. Da nach den allgemeinen Bestimmungen der FCI Artikel 5 die Modifikation eines Rassestandards aber nur auf Initiative der nationalen kynologischen Organisationen im Ursprungsland der betr. Rasse möglich ist, sind die Möglichkeiten der nationalen Zuchtorganisationen zur Erfüllung der Forderungen der europäischen Konvention zum Schutz der Haustiere beschränkt. Da eine Nichterfüllung der Forderungen aber entsprechend dem Text der Konvention das Verbot der Zucht bzw. der Ausstellung und des Verkaufes bestimmter Rassen in den Mitgliedsländern nach sich ziehen kann, kann den betroffenen nationalen Zuchtverbänden nur dringendst empfohlen werden, auf eine internationale Einigung im Rahmen der FCI in Bezug auf tierschutzrelevante Rassenstandards, wie sie in der Konvention aufgelistet sind, hinzuarbeiten.
In vielen Fällen schreiben die Rassestandards selbst gar keine Extremmerkmale vor. Hier sind es dann die Formwertrichter die den Standard entsprechend interpretieren und Hunde mit extremer Ausprägung der Rassemerkmale an die Spitze setzen. Damit prägen Richter das Bild einer Rasse in hohem Maße und sind damit aber auch zu einem nicht unwesentlichen Teil mit der Verantwortung für die gesundheitlichen Folgen extremer Rassemerkmale belastet. Umgekehrt liegt es damit aber auch im Ermessen der Richter die Standards in Richtung tierschutzverträglicherer Ausprägung hin zu interpretieren und vor allem solche Hunde zu prämieren die die Rassemerkmale in einer Form zeigen durch die ihre Gesundheit und Lebensqualität nicht beeinträchtigt wird.
Es ist zu beachten dass die bisher diskutierten Ansätze wohl nicht in der Lage sind Qualzuchten wirkungsvoll einzuschränken. Neben der Zucht müsste auch Import, Handel, Ausstellung und Bewerbung solcher Tiere verboten sein. Alles andere würde nur wenige Effekte zeigen und damit nicht mehr sein als eine Alibiaktion zur Beruhigung der Gemüter. Es steht zu befürchten das genau dies der Fall ist.
Rassemerkmale und ihre gesundheitlichen Konsequenzen.
In der Folge sollen jene Rassemerkmale, die in der Europäischen Konvention zum Schutz der Heimtiere als tierschutzrelevant aufgelistet wurden in Hinblick auf ihre gesundheitlichen Konsequenzen besprochen werden. Für jedes Merkmal werden exemplarisch einzelne Rassen in Hinblick auf den Krankheitswert ihres Rassestandards diskutiert. Die Auswahl der besprochenen Rassen ist nicht wertend zu sehen, sie ist auch nicht vollständig. Sie dienen lediglich zur Veranschaulichung der grundsätzlichen Problematik
Übersicht
Die Links in dieser Tabelle verweisen auf die entsprechenden Kapitel im Text.
| Exterieur | Merkmale | Auftretende gesundheitliche Konsequenzen |
|---|---|---|
| Körpergröße | Riesenwuchs |
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| Zwergwuchs |
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| Extremitäten | Kurzbeinigkeit (Chondrodystrophie) |
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| Abnorme Extremitätenstellungen a) steiles Hinterbein b) verkrümmte Extremitäten |
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| Kopf |
Kurzköpfigkeit (Brachycephalie) |
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| Offene Fontanellen |
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Abnorme Zahnstellungen (z.B. Oberkieferverkürzung) |
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| Augen | Abnorme Größe und Form der Augenlider (Caroauge) |
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| Kleine, tiefliegende Augen |
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| Große vorstehende Augen |
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| Ohren | Lange Ohren |
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| Haut | Hautfalten |
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| Haarlosigkeit |
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| Merle-Färbung |
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| Pigmentmangel |
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Körpergröße
Sowohl Riesenwuchs als auch Zwergwuchs sind extreme Abweichungen vom artspezifischen Wildtyp. Gesundheitliche Probleme ergeben sich u.a. aus der Tatsache, dass die Größenzunahme bzw. die Verzwergung sich nicht in gleichem Ausmaß auf alle Organsysteme auswirkt (KIRKWOOD, 1985). Bei Zwergrassen kommt es bei den meisten Organsystemen zu einer relativ geringeren Verkleinerung bezogen auf das Erwachsenengewicht, beim Riesenwuchs zu einer relativ geringeren Vergrößerung so dass z.B. das Gehirn, Magen, Darm, Lunge, Leber, Nieren und Herz beim Zwerghund relativ größer sind als beim Riesenhund. Der relativ größere Anteil der inneren Organe an der Gesamtkörpermasse bei Zwerghunden impliziert einen relativ geringeren Anteil von Knochen und Muskelmasse aus dem sich eine höhere Frakturanfälligkeit der Knochen ableiten lässt (MUIR, 1997). Erhaltungsbedarf und Grundumsatz sind bei Zwergrassen relativ höher als bei Riesenrassen.
Bei Zwergrassen ist das Welpengewicht im Vergleich zum Erwachsenengewicht relativ größer. So sind Welpen von Riesenrassen nur etwa 7 mal so groß wie Welpen von Zwergrassen während erwachsene Tiere von Riesenrassen etwa 35 mal so groß sind wie erwachsene Zwerghunde. Das Welpengewicht von Zwergrassen beträgt etwa 5% des Erwachsenengewichtes, das von Welpen der Riesenrassen nur etwa 1% des Erwachsenengewichtes (KIRKWOOD, 1985). Welpen von Riesenrassen haben daher während des Wachstums eine relativ größere Gewichtszunahme zu bewältigen. In einem Vergleich zwischen 9 Doggen und 8 Zwergpudeln zeigten die Doggen eine 17 mal so große Gewichtszunahme wie die Zwergpudel sowie ein deutlich stärkeres Längenwachstum der Röhrenknochen gemessen an Radius und Ulna. Die Doggen hatten weiters höhere Plasmakonzentrationen der Wachstumshormone GH und IGF-1 und es zeigten sich häufiger irreguläre Wachstumsfugen und Störungen der enchondralen Ossifikation (TRYFONIDOU et al., 2003)
Die Spongiosa im Epiphysenbereich von wachsenden Hunden der Riesenrassen ist weniger dicht und hat weniger Festigkeit als die von kleineren Hunderassen (DÄMMRICH, 1991) was speziell in Kombination mit übermäßiger Fütterung und bewegungsfreudigem Temperament während des Wachstums zur Entstehung chronisch degenerativer Gelenkserkrankungen (STOGDALE, 1979; TEARE et al., 1980; BIOURGE et al., 1996; SCHAWALDER et al. 1996) oder Panostitis eosinophilica (STOGDALE, 1979) führen kann.
Ein wesentlicher Vorteil der kleineren Rassen im Vergleich mit den riesenwüchsigen darf nicht verschwiegen werden. Sie haben insgesamt eine höhere Lebenserwartung. Diese ist negativ korreliert mit der Erwachsenengröße des Hundes. Je größer also eine Rasse umso niedriger ist ihre Lebenserwartung und umgekehrt (LI et al., 1996). Grundlage dieses Zusammenhanges ist wohl u.a. die höhere Stoffwechselintensität der kleineren Rassen. So fanden z.B. SPEAKMAN et al., (2003) bei Papillons einen im Vergleich mit Doggen um etwa 60% erhöhten Grundumsatz.
1. Riesenwuchs
Beim Riesenwuchs ist zu unterscheiden (STOCKMANN und ALDINGTON, 1985) zwischen:
- proportioniertem Riesenwuchs (z.B. Irish Wolf, Dogge) und
- unproportioniertem Riesenwuchs (Akromegalie) (z.B. Bernhardiner, Mastiff)
Unproportionierter, Riesenwuchs führt zu unproportionierter Vergrößerung der Körperakren, insbesondere des Kopfes (STOCKMANN und ALDINGTON, 1985), zu einer Zunahme von Haut- und Schleimhautfalten im Kopfbereich und damit auch zu mehr oder weniger ausgeprägtem respiratorischem Stridor (EIGENMANN, 1984). Laborbefunde zeigen dass der IGF1-Spiegel, der bei Hunden grundsätzlich in linearer Abhängigkeit zur Körpergröße steht (EIGENMANN et al., 1984; EIGENMANN et al., 1988), bei akromegalen Hunden drastisch erhöht ist (EIGENMANN, 1984).
Die hohe Wachstumsgeschwindigkeit der Riesenrassen mag auch eine Ursache für die erhöhte Inzidenz für Osteosarkome sein (KIRKWOOD, 1985; WEGNER, 1995; CHUN und DE LORIMIER, 2003; KIRPENSTEIJN, 2003), die vor allem die Extremitäten betreffen. Das Erkrankungsalter für Osteosarkome steht in direktem Zusammenhang mit dem Erwachsenengewicht (KIRKWOOD, 1985). Je höher das Gewicht um so früher erkrankt ein Hund an Osteosarkom.
Einige weitere Probleme, die auf den ersten Blick mit dem Riesenwuchs nicht unmittelbar etwas zu tun haben, treten bevorzugt bei Hunden großer und riesengroßer Rassen auf. So werden Fehl- bzw. Unterentwicklungen der Vulva, die mit Harninkontinenz verbunden sind bevorzugt bei Hunden größerer Rassen beobachtet (HAMMEL und BJORLING, 2002).
Hunde dieser Rassengruppen haben außerdem einen empfindlicheren Verdauungstrakt, ihr Kot zeigt häufig einen höheren Wassergehalt und damit schlechtere Kotkonsistenz. Zwischen Körpergewicht und Entleerungszeit des Magens konnte eine signifikante positive Korrelation gefunden werden, was bedeutet, dass bei großen Rassen der Magen schneller entleert wid und damit weniger Zeit für eine ausreichende Retention der Nährstoffe bleibt (WEBER et al., 2001).
Fibrocartilaginöse Embolien im Bereich des Rückenmarkes, die zu Schmerzen und mehr oder weniger ausgeprägten Lähmungen führen werden ebenfalls bevorzugt bei Hunden größerer Rassen beschrieben (GANDINI et al., 2003; HAWTHORNE et al., 2001).
| Rasse | Auszug aus dem Rassestandard | Einschlägige in der Literatur beschriebene Erkrankungen |
|---|---|---|
| Bernhardiner | Hunde, welche das Höchstmaß überschreiten, werden in ihrer Beurteilung nicht abgewertet, sofern sie in ihrer Gesamterscheinung harmonisch wirken und ein korrektes Gangwerk aufweisen. |
LINGAAS und HEIM, 1987 CLARK und STAINER, 1994) |
| Neufundländer |
(FCI-Standard Nr. 50 vom 9.12.1996)
Größe und Gewicht: Die Widerristhöhe beträgt im Durchschnitt für erwachsene Rüden 71 cm, für erwachsene Hündinnen 66 cm, Das Gewicht beträgt im Durchschnitt ca. 68 kg für Rüden, ca. 54 kg für Hündinnen.Eine große Widerristhöhe ist erwünscht, aber die Größe ist gegenüber Symmetrie, allgemeinem Gesundheitszustand, kräftiger Konstitution und einwandfreiem Bewegungsablauf nicht zu bevorzugen. |
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| Mastiff |
(FCI-Standard Nr. 264b vom 24.6.1987)
Allgemeines Erscheinungsbild: Der Kopf bietet in seinem allgemeinen Umrissen aus jedem Blickwinkel ein quadratisches Erscheinungsbild. Breite ist höchst erwünscht, sie soll im Verhältnis zur Gesamtlänge von Kopf und Vorgesicht 2:3 betragen. Der Körper ist massiv, breit, tief, lang und mächtig gebaut und steht auf weit auseinandergestellten, senkrechten Läufen. Die Muskeln zeichnen sich klar ab. Größe ist sehr erwünscht, wenn sie mit Qualität verbunden ist. Höhe und Substanz sind wichtig, vorausgesetzt, beide Merkmale stehen im richtigen Verhältnis zueinander. Charakteristika: Groß, massiv, kraftvoll, ebenmäßig, festgefügtes Gebäude. Eine Kombination von Erhabenheit und Mut. Über Größe und Gewicht werden im Standard keine exakten Angaben gemacht. |
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2. Zwergwuchs
Beim Zwergwuchs ist, ähnlich wie beim Riesenwuchs, zu unterscheiden zwischen:
- proportioniertem Zwergwuchs (z.B. Japanischer Zwergspitz, Kleinpudel, Zwergschnauzer)
- unproportioniertem Zwergwuchs (z.B. Dackel, niederläufige Terrier, Pekinese)
Als Defektvarianten treten hypophysärer und chondrodysplastischer Zwergwuchs (WIESNER und WILLER, 1983) auf.
Rassen mit proportioniertem Zwergwuchs zeigen ein im Vergleich zu größeren Hunden erhöhtes Risiko für das Auftreten von Patellaluxation (PRIESTER, 1972; ROBINS, 1990; HAYES et al., 1992; WEBER, 1993; VIDONI, 1997). In einer Untersuchung an österreichischen Zwerg- und Kleinhunden zeigte sich ein niedriges Erwachsenengewicht als Risikofaktor für Patellaluxation (VIDONI, 1997). In dieser Untersuchung wurde festgestellt dass Hunde mit Patellaluxation mit einem Durchschnittsgewicht von 5,76 kg um etwas mehr als 1 kg leichter waren als Tiere ohne Patellaluxation deren Durchschnittsgewicht mit 6,86 kg signifikant höher lag. Eine Auswertung der Odds-Ratios (KREIENBROCK und SCHACH, 1997) für Patellaluxation ergab dass für Tiere die leichter sind als 5 kg die Chance einer Patellaluxation 2,6 mal so hoch ist wie für schwerere Tiere. Für Tiere die leichter sind als 8 kg ist die Chance für Patellaluxation immer noch doppelt so hoch wie für Tiere mit einem Gewicht von mehr als 8 kg.
Zwergwuchs führt zum Auftreten extrem kleiner Würfe (WIESNER und WILLER, 1983; KIRKWOOD, 1985; HAHN, 1988; CLARK und STAINER, 1994; WEGNER, 1995) und hoher Welpensterblichkeit (HAHN, 1988) besonders bei Hunderassen mit stark gewölbter Kopfform. Geburtsschwierigkeiten ergeben sich bei Zwergrassen auch dadurch dass der Beckendurchmesser mit sinkendem Erwachsenengewicht sich stärker verringert als der Durchmesser des Welpenkopfes. Bei Hündinnen im Gewichtsbereich von 1,5 kg sind Beckendurchmesser und Durchmesser des Welpenkopfes gleich (KIRKWOOD, 1985).
Bei Zwerg- und Toyrassen kann es bei den Welpen zu einer vorübergehenden Hypoglykämie kommen die bei nicht rechtzeitiger Diagnose lebensbedrohende Folgen haben kann (FIEBIGER, 1986; VROOM und SLAPPENDEL, 1987; CLARK und STAINER, 1994). Eine bei Welpen von Zwergrassen ebenfalls öfters auftretende Stoffwechselerkrankung ist das Fettlebersyndrom (LINDE SIPMAN et al., 1988, 1990) das mit Inappetenz, nervalen Störungen, Erbrechen und Durchfall einhergeht.
Eine weitere Skeletterkankung mit Prädisposition von Zwergrassen ist die Legg-Calve-Perthes-Erkrankung (avaskuläre Femurkopfnekrose). Dabei kommt es zu einer Zerstörung des Oberschenkelkopfes. Eine der Ursachen für diese Erkrankung ist eine unzureichende Vaskularisierung des Femurkopfes durch die es zu einer Minderdurchblutung mit anschließenden nekrotisierenden Veränderungen kommt (HAZEWINKEL 1997).
Ein relativ selten auftretender aber ebenfalls weitgehend auf Zwergrassen beschränkter Defekt ist die atlantoaxiale Subluxation (PARKER und PARK, 1973; LAKATOS et. al., 1981) die auf einer Dysplasie bzw. Fraktur des Dens axis beruht. Die Folgen dieses Defekts sind je nach dem Ausmaß der Subluxation Schmerzen sowie Störungen der Motorik und des Sensoriums bis hin zur völligen Tetraplegie.
Weitere Defekte, die ebenfalls vor allem bei Zwergrassen auftreten sind der Trachealkollaps (YOSHINO, 1982; HEDLUND, 1991; WHITE and WILLIAMS, 1994; WEGNER, 1995; BUBACK et al., 1996) der auf verminderter Festigkeit der Trachealringe beruht und schwere Dyspnoe zur Folge hat sowie Hydrocephalus (SELBY et al., 1979) dessen Risiko umgekehrt proportional zur Körpergröße ist. Zwerg- und Toyrassen haben zudem ein erhöhtes Risiko für das Auftreten von haemorrhagischer Gastroenteritis (BURROWS, 1977).
| Rasse | Körperbau | Einschlägige in der Literatur beschriebene Erkrankungen |
|---|---|---|
| Chihuahua |
(FCI-Standard Nr. 218 vom 22.5.1995) Bei dieser Rasse wird nur das Gewicht in Betracht gezogen, nicht die Größe. Gewicht: zwischen 500g und 3 kg wobei ein Gewicht zwischen 1 und 2 kg den Vorzug hat. Tiere von mehr als 3 kg werden disqualifiziert. |
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| Yorkshire Terrier |
(FCI-Standard Nr. 86 vom 20.1.1988) Gewicht: bis 3,1 kg. |
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| Pekingese | (FCI-Standard Nr. 207 vom 1.4. 1996) Gewicht: Das Idealgewicht übersteigt bei Rüden nicht 5 kg und nicht 5,5 kg bei Hündinnen. Rüden müssen klein aussehen, überraschen aber durch ihr Gewicht, wenn man sie hochhebt. Ein schweres Knochengerüst und guter Körperbau sind wesentliche Merkmale der Rasse. |
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| Brüsseler Griffon |
(FCI-Standard Nr. 80 vom 4.3.1997) Gewicht: A. Bei Rüden und Hündinnen der niedrigen Gewichtsklasse darf das Gewicht 3kg nicht übersteigen. B. Bei Rüden und Hündinnen der hohen Gewichtsklasse (über 3 kg) dürfen Rüden nicht mehr als 4,5 kg, Hündinnen nicht mehr als 5 kg wiegen. Diese Gewichtsgrenzen gelten als absolutes Maximum, eine Toleranz von 100g ist allerdings zulässig. |
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Papillon (kontinentaler Zwergspaniel) |
(FCI-Standard Nr. 77 vom 2.8.1994) Größe und Gewicht: Widerristhöhe: ungefähr 28 cm Gewicht: zwei Kategorien: 1) Rüden und Hündinnen von weniger als 2,5 kg 2) Rüden von 2,5 bis 4,5 kg und Hündinnen von 2,5 bis zu 5 kg. Minimalgewicht: 1,5 kg |
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Extremitäten
1. Kurzbeinigkeit (chondrodystropher Zwergwuchs)
Die Wirbelsäule des Hundes ist nach dem Prinzip einer Bogensehnenbrücke konstruiert wobei die Verspannung der "Sehne" durch das Brustbein und die Bauchmuskeln gegeben ist, der Brückenbogen wird durch die Wirbel und die Zwischenwirbelscheiben dargestellt. Die Zwischenwirbelscheiben sind funktionell als druck- und zugfeste Polster zwischen die Wirbel eingeschaltet. Die Zwischenwirbelscheiben bestehen aus einem äußeren Teil, dem Anulus fibrosus und einem inneren Teil dem Nucleus pulposus. Die auf die Wirbelkörper einwirkenden Kräfte werden durch die Druckkissenwirkung des Nucleus pulposus gleichmäßig auf die gesamte Fläche der Wirbelenden verteilt wobei die Druckkräfte, die auf den Nucleus pulposus wirken, nach allen Richtungen in Zugkräfte im Anulus fibrosus umgewandelt werden.
Die Funktion der Zwischenwirbelscheiben beruht somit im wesentlichen auf der Elastizität des Nucleus pulposus sowie der Elastizität und Zugfestigkeit des Anulus fibrosus. Im Laufe des Lebens kommt es zu Veränderungen der Zwischenwirbelscheiben im Sinne einer Dehydrierung und einer fibroiden Umwandlung des Nucleus Pulposus die zu einer Abnahme der Elastizität und in der Folge zu einer Degeneration der Zwischenwirbelscheibe führt.
Bei nichtchondrodystrophen Rassen finden diese Veränderungen erst in höherem Alter statt so dass Bandscheibenprobleme wenn überhaupt erst ab einem Alter von etwa 10 Jahren auftreten. Bei chondrodystrophen Rassen kommt es bereits ab einem Alter von 3 bis 4 Monaten zu Veränderungen der Zwischenwirbelscheiben im Sinne eines fortschreitenden Elastizitätsverlustes (SPIESS, 1998). Chondrodystrophie ist somit eine wesentliche Ursache für Erkrankungen der Zwischenwirbelscheiben bei Hunderassen wie Dackel, Basset und Welsh Corgi (VERHEIJEN und BOUW, 1982).
In einer weiteren Untersuchung (PRIESTER, 1976) wird für Dackel, Pekingese, Beagle, Welsh Corgi, Lhasa Apso und Shi Tzu eine erhöhte Disposition für Erkrankungen der Zwischenwirbelscheiben angegeben. Die Ursache für diese erhöhte Disposition liegt nicht nur in einer erhöhten Beweglichkeit der relativ längeren Wirbelsäule (LANG und LOEFFLER, 1972; BRAUND et al., 1977) durch die sich auch die Prädelektionsstellen für Bandscheibenvorfälle im Bereich der mechanisch stärker belasteten Wirbelsäulenbereich ergibt (etwa 85% der Bandscheibenvorfälle ereignen sich im Bereich zwischen dem 11. Brustwirbel und dem 3. Lendenwirbel(SPIESS, 1998)) sondern auch in gegenüber nicht chondrodystrophen Rassen unterschiedlicher chemischer Zusammensetzung der Zwischenwirbelscheiben (GHOSH et al., 1976a; GHOSH et al., 1976b; GHOSH et al., 1977; MELROSE et al., 1996). So enthielten die Zwischenwirbelscheiben von Beagles im Vergleich mit Greyhounds einen höheren Anteil an Kollagen im Vergleich mit Nicht-Kollagen-Proteinen (GHOSH et al., 1976a; GHOSH et al., 1976b). Der Anteil an Glycosaminoglycanen war bei den nicht chondrodystrophen Greyhounds höher als bei den chondrodystrophen Beagles (GHOSH et al., 1976b). Bei Beagles wurde eine altersabhängige Reduktion des Proteoglykan- und Trypsininhibitorspiegels im Nucleus pulposus gefunden, die beim Greyhound nicht nachgewiesen werden konnte (MELROSE et al., 1996).
Eine wesentliche Rolle bei der Entstehung der "Intervertebral disk disease" spielen auch Verkalkungen der Zwischenwirbelscheiben. In einer Studie an 115 Dackeln (STIGEN, 1996) wurden bei 29,6% im Alter von einem Jahr Verkalkungen der Zwischenwirbelscheiben festgestellt. Im Alter von 5 Jahren erhöhte sich der Prozentsatz auf 57,4% wobei die Zahl der verkalkten Zwischenwirbelscheiben zwischen 1 und 7 mit einem Mittelwert von 3,2 lag. Bei den Hunden bei denen im Alter von 1 Jahr bereits Verkalkungen der Zwischenwirbelscheiben nachgewiesen werden konnten zeigten sich bei 35,3% Anzeichen einer "Intervertebral disk disease" während bei den Hunden, die im Alter von 1 Jahr noch keine Verkalkungen aufwiesen nur bei 8,6% Zeichen einer Intervertebral "disk disease" auftraten.
In einer Studie an 274 Dackeln wurde die Heritabilität der Verkalkungen der Zwischenwirbelscheiben geschätzt (STIGEN und CHRISTENSEN, 1993) wobei ein Heritabilitätswert für die Zahl verkalkter Zwischenwirbelscheiben von h2 = 0,22 und für die Verkalkung von Zwischenwirbelscheiben als "Alles oder Nichts"-Merkmal von h2 = 0,15 ermittelt wurde.
Nach einer Studie an 400 Dackeln (SPIESS, 1998) liegt eine signifikante Korrelation zwischen der Zahl der verkalkten Zwischenwirbelscheiben und dem Alter des ersten Bandscheibenvorfalles vor. Je höher die Zahl der verkalkten Zwischenwirbelscheiben um so früher kommt es zum ersten Bandscheibenprolaps.
Die screeningmäßige Untersuchung der Wirbelsäule auf das Vorliegen von Verkalkungen der Zwischenwirbelscheiben bei jungen Dackeln vor dem Zuchteinsatz wäre somit eine gute Möglichkeit der Selektion gegen Dackellähmung.
Die mechanische Grundlage der Bandscheibenvorfälle ist schlussendlich der durch die Änderungen der Zusammensetzung der Bandscheiben erzielte frühzeitige Elastizitätsverlust durch den die Aufgabe der Bandscheiben als Stoßdämpfer nicht mehr erfüllt werden kann. Es kommt durch entsprechende mechanische Belastungen zu Einrissen und später zur Ruptur des Anulus fibrosus mit Vorfall des Nucleus pulposus in den Wirbelkanal.
| Rasse | Körperbau | Einschlägige in der Literatur beschriebene Erkrankungen |
|---|---|---|
| Bassethound |
(FCI Standard Nr. 163 vom 9.10. 1989) Körper: lang und insgesamt tief. Ausgeprägtes Brustbein, Brust weder schmal noch unverhältnismäßig tief. Rippen gut gerundet und gut gewölbt, weit zurückreichend ohne Deformierung. Rücken ziemlich breit, gerade, Widerrist und Hüftbein ungefähr auf gleicher Höhe, obwohl die Lendenpartie leicht gebogen sein darf. Der Rücken soll zwischen Widerrist und Hüfte nicht übertrieben lang sein. |
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| Dackel |
(FCI-Standard 148 vom 22. November 1979) Allgemeinerscheinung: Niedrige, kurzläufige, langgestreckte aber stramme Gestalt, mit derber Muskulatur; mit keck herausfordernder Haltung des Kopfes und klugem Gesichtsausdruck. Trotz der im Verhältnis zum langen Körper, kurzen Gliedmaßen weder krüppelhaft, plump oder in der Bewegungsfähigkeit beschränkt, noch wieselartig schmächtig erscheinend. |
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2. Abnorme Extremitätenstellungen
Der Hund ist ein Lauftier und als solches auf ein korrektes und funktionsfähiges Fundament angewiesen. Jede Abweichung in der Ausprägung der Extremitäten führt zu Fehlbelastungen im Gelenksbereich und damit zu Abnützungserscheinungen.
Im Bewegungsablauf kommen den Vorder- und den Hinterextremitäten unterschiedliche Aufgaben zu (STOCKMANN und ALDINGTON, 1985): Die Hinterhand erzeugt den Schub indem sie durch Streckung den Körper in die Bewegungsrichtung verlagert, die Vorderextremität fängt den durch die Hinterextremität erzeugten Schub auf. Entsprechend den unterschiedlichen Aufgaben sind Vorder- und Hinterextremitäten auch unterschiedlich konstruiert.
Beim Bau der Hinterextremitäten geht es in erster Linie um eine möglichst gute Kraftübertragung die durch verschiedene Hebelwirkungen, die sich aus dem Zusammenspiel von Muskeln und Knochen ergeben erzielt wird. Beim Bau der Vorderextremität geht es um eine optimale Kombination von Stabilität und Elastizität da die Belastung der die Vorderextremität beim Auffangen des Schubes ausgesetzt ist sich aus dem Produkt von Masse (Gewicht des Hundes) und Beschleunigung ergibt. Bei schneller Fortbewegung ist daher die Vorderextremität Belastungen ausgesetzt die einem Vielfachen des Körpergewichtes des Hundes entsprechen.
Die Gelenke haben zwei wesentliche Aufgaben zu erfüllen. Ihre erste Aufgabe liegt darin, die Beweglichkeit der Extremitäten zu gewährleisten und damit Vorwärtsbewegung, Ortsbewegung, Aufstehen und Niederlegen sowie Bewegungen im Rahmen von Sozialverhalten oder Komfortverhalten zu ermöglichen.
Ihre zweite wesentliche Aufgabe ist die Funktion eines Stoßdämpfers. Diese Funktion steht in engem Zusammenhang mit dem Aufbau eines Gelenkes. Jedes Gelenk stellt eine Verbindung zwischen zwei Knochen dar wobei jeder Knochen im Gelenksbereich mit einer Schicht hyalinen Knorpels überzogen ist. Die Aufgaben des Knorpels bestehen einerseits darin eine weitgehend reibungslose Bewegung des Gelenkes zu ermöglichen und anderseits die Schub- und Scherkräfte die auf das Gelenk einwirken möglichst gleichmäßig auf den subchondralen Knochen weiterzuleiten. Dieser subchondrale Knochen ist eine dünne Knochenschicht die in direktem Kontakt mit dem hyalinen Gelenksknorpel steht und etwa 10 mal so stark verformbar ist wie der übrige Knochen. Diese Verformbarkeit spielt eine wesentliche Rolle bei der Verteilung der Belastung.
Im Ruhezustand haben Gelenke geringfügig inkongruente Gelenksoberflächen. In der Belastung kommt es durch die Verformbarkeit des subchondralen Knochens zu einer Maximierung der Kontaktfläche der beiden Gelenksknorpel und damit zu einer optimalen Verteilung der Belastung auf die gesamte Gelenksfläche. Dadurch werden punktuelle Überbelastungen einzelner Gelenksbereiche vermieden und damit potentielle Beschädigungen des Gelenksknorpels verhindert. Jeder Elastizitätsverlust des subchondralen Knochens führt zu einer Beeinträchtigung dieses Verteilungsmechanismus und damit zu Knorpelschäden, die in weiterer Folge zu dem in der Hundezucht leider gut bekannten Bild der Osteoarthritits führen (JOHNSTON, 1997).
Eine der Ursachen für eine Versteifung des subchondralen Knochens sind Mikrofrakturen, die durch wiederholte traumatische Einflüsse wie sie z.B. durch Fehlbelastungen in nicht korrekt gewinkelten Gelenken zustande kommen, entstehen (JOHNSTON, 1997).
Diese Zusammenhänge konnten experimentell in einer Studie an Beagles nachgewiesen werden (PANULA et al., 1997). Bei 15 Beagles wurde über eine Osteotomie der Tibia eine Valgusstellung (X-beinige Stellung) der rechten Hinterextremität hergestellt. Die Gelenke wurden 7 und 18 Monate nach der Operation makroskopisch und histologisch untersucht. Nach 7 Monaten zeigten 2 von 7 und nach 18 Monaten 5 von 8 der operierten Hunde ausgeprägte Veränderungen des Gelenksknorpels im Sinne einer progressiven Osteoarthritis. Durch die Osteotomie war es zu einer Verschiebung der mechanischen Gelenksachse und damit zu einer ungleichmäßigen Belastung der Gelenksflächen mit nachfolgender Schädigung des Knorpels gekommen. Ähnliche Ergebnisse wurden nach einer experimentellen Durchtrennung des vorderen Kreuzbandes bei Greyhounds gefunden (BRANDT et al., 1991; SETTON et al., 1994).
Dass veränderte biomechanische Verhältnisse eine wichtige Rolle bei der Entstehung einer Osteoarthritits spielen konnte auch in einer Arbeit von MADSEN und SVALASTOGA (1994) gezeigt werden. Es wurde festgestellt, dass der Inklinationswinkel des Femurkopfes bei Hunden mit HD signifikant größer war als bei Hunden ohne HD. Neue Untersuchungen zur HD beim Hund weisen ebenfalls auf die Bedeutung einer Gelenksfehlstellung als eine der Ursachen für degenerative Veränderungen des Gelenkes hin (MAYRHOFER, 1988)
Es ist somit nachvollziehbar dass die korrekte Winkelung und Stellung der Extremitäten einen ganz wesentlichen Einfluss auf eine lebenslange ungestörte Funktion der Gelenke hat und dass Abweichungen in der Winkelung von Gelenken eine ursächliche Bedeutung in der Entstehung von chronisch degenerativen und entzündlichen Gelenkserkrankungen zukommt. Der Beurteilung von Gelenkswinkeln im Rahmen der Formwertbeurteilung sowie der züchterischen Beachtung korrekter Winkelung in allen Gelenken kommt daher eine wesentliche Bedeutung zu.
| Rasse | Körperbau | Einschlägige in der Literatur beschriebene Erkrankungen |
|---|---|---|
| Chow Chow |
(FCI Standard Nr. 205 vom 20.2.1989) Hinterhand: Hinterläufe muskulös, Sprunggelenke tief stehend, mit minimaler Winkelung, unentbehrlich für den charakteristischen stelzenden Gang. Die Hinterhand erscheint von den Sprunggelenken an abwärts gerade, wobei sich die Sprunggelenke niemals nach vorne durchbiegen dürfen. Gangart/Bewegung: kurz und stelzend, Vorderläufe, wie Hinterläufe bewegen sich parallel zueinander und geradeaus. In einer Untersuchung über den Eurasier und seine Ausgangsrassen, zu denen u.a. der Chow Chow zählt, wurde der durchschnittliche Winkel im Sprunggelenk beim Chow Chow mit 158,70° angegeben im Vergleich mit 147,62° beim Eurasier und 123,49° beim Schäferhund (HECKLER, 1994). |
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| Norwegischer Buhund |
(FCI Standard Nr. 237 vom 15. 11. 1985) Hinterhand: mäßige Winkelung; kraftvoll; gute Muskulatur und Knochenstruktur. |
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| Schwedischer Lapphund |
(FCI Standard Nr. 135 vom 11. 9. 1989) Hinterhand: Die Hinterhand ist an Knie- und Sprunggelenk gut gewinkelt, aber nicht übermäßig. Die Oberschenkel sind gut bemuskelt; das Sprunggelenk ist tief angesetzt um einen guten Schub sicherzustellen. |
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| Finnischer Spitz |
(FCI Standard Nr. 49 vom 17. 3. 1967) Originaltext: Pattes: Membres antérieurs forts et d'aplomb. Membres postérieurs forts, angulation du jarret moyenne. Pieds ronds de préférence. |
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Kopf
1. Kurzköpfigkeit
Bei einer Reihe von Hunderassen ist im Rassestandard die Verkürzung des Gesichtsschädels festgelegt (Brachycephalie). Dies führt zur Ausbildung des Brachycephalensyndroms (BEILLON, 1983; BEUCHER, 1985a; BEUCHER, 1985b; HARVEY, 1989; WYKES, 1991; HENDRICKS, 1992; FINGLAND, 1995; HOBSON, 1995; KOCH et al., 2003)) das sich klinisch durch eine Obstruktion der vorderen Atemwege und damit durch eine Verringerung der Atemkapazität (AMIS und KURPERSHOEK, 1986) äußert. Die Folgen sind verringerte Leistungsfähigkeit und in schwereren Fällen Cyanose und Kollaps (WYKES, 1991). Bei ausgeprägter Brachycephalie können diese Anfälle lebensbedrohlich sein (KOCH et al., 2003)
Brachycephale Hunde haben eine herabgesetzte Hitzetoleranz da durch die Verkürzung der vorderen Atemwege die zur Temperaturregulation notwendige Ventilierung des venösen Blutes im Rachenraum unzureichend stattfindet (WEGNER, 1995; KOCH et al., 2003). Damit ist Brachycephalie ein maßgeblicher Risikofaktor für Hitzschlag (FLOURNOY et al., 2003). Sie haben zudem ein höheres Risiko für Schlafapnoe (AMIS und KURPERSHOEK, 1986).
In vielen Fällen ursächlich an der Dyspnoe beteiligt sind eine Verengung der Nasenlöcher (HARVEY, 1982), eine Verengung des Larynx (O'BRIEN, 1975), eine Verkleinerung des relativen Trachealdurchmessers (HARVEY und FINK, 1982) und eine Verlängerung des weichen Gaumens (HARVEY, 1989; WYKES, 1991).
Als weitere Folge der chronischen Dyspnoe wurde bei brachycephalen Rassen ein erhöhtes Risiko für Lungenkrebs als Folge von Passivrauchen (wenn Hunde in der Familie von Rauchern leben) (REIF et al., 1992) bzw. ein häufigeres Auftreten von Lungengranulomen (BILLUPS et al., 1972) gefunden.
Einen eindrucksvollen Hinweis auf die langfristigen Konsequenzen der durch die Brachycephalie hervorgerufenen chronischen Atemnot liefert eine Untersuchung an Perserkatzen (HEINDL, 1998). Es zeigte sich dass Perserkatzen im Vergleich mit Maine Coon eine signifikant erhöhte Erythrozytenzahl hatten wobei innerhalb der Perserkatzen die Zahl der Erythrozyten mit zunehmendem Ausmaß der Brachycephalie höher lag. Aus der Humanmedizin ist bekannt (MAIRBAURL, 1994; SAVOUREY et al., 1996) dass Menschen bei Sauerstoffmangel (z.B. in großen Höhen) vermehrt Erythrozyten ausbilden. Die höhere Anzahl dieser roten Blutkörperchen, die ja für den Sauerstofftransport zuständig sind, kann die Mangelware Sauerstoff effizienter aufnehmen und verteilen. So kann in einem bestimmten Rahmen der physiologische Ablauf gesichert werden. Der Anstieg der Erythrozytenzahl bei den brachycephalen Tieren ist somit ein klarer Hinweis darauf dass Perserkatzen mehr Erythrozyten pro mm3 Blut benötigen um die verminderte Sauerstoffzufuhr - bedingt durch die Verengung der oberen Atemwege - mit einer erhöhten Transportkapazität zu kompensieren. Der Anstieg der Erythrozytenzahl ist daher als Antwort des Organismus auf eine chronische Sauerstoffunterversorgung zu interpretieren.
So ist durch die Ergebnisse dieser Untersuchung der Hinweis gegeben, dass Perserkatzen an einer chronischen Sauerstoffunterversorgung leiden. Dass hochgradig brachycephale Tiere wiederum eine signifikant höhere Erythrozytenzahl aufweisen als Tiere mit einer gering- bis mittelgradigen Brachycephalie, lässt den direkten Schluss zu, dass mit steigender Brachycephalie die Sauerstoffunterversorgung zunimmt. Es besteht kein Grund daran zu zweifeln, dass beim Hund ähnliche Kompensationsmechanismen zum Tragen kommen.
Neben der Auswirkung auf den Atmungstrakt zeigen sich auch noch weitere Konsequenzen der Brachycephalie. So wurde in einer anatomischen Studie über die Nebenhöhlen an insgesamt 121 Hunden verschiedener Rassen (KOMEYLI, 1984) festgestellt, dass bei brachycephalen Hunderassen die Stirnhöhlen fehlen.
Die Verkürzung des Gesichtsschädels ist mit dem Auftreten von deutlichen Hautfalten im Gesicht verbunden (KRAHWINKEL jr. und MERKLEY, 1976), die zu einer erhöhten Disposition für Faltendermatitis führt.
Bei kleinen brachycephalen Rassen liegt oft als Folge der Verkürzung des Gesichtsschädels ein mehr oder weniger ausgeprägter Exophthalmus vor, der unter Umständen zu einer spontanen oder traumatisch bedingten Luxation eines Augapfels führen kann (MAILER et al., 1969; MAWAS et al., 1969, WALDE et al., 1997) bzw. den Bulbus anfällig gegen Verletzungen und Irritationen macht.
Eine Reihe weiterer Gesundheitsprobleme tritt bei brachycephalen Hunderassen in erhöhter Häufigkeit auf: Pectus Excavatum (FOSSUM et al., 1989), Hemivertebrae (DONE et al., 1975), Pylorusstenose (PEETERS, 1991), Hiatushernien (HOSKINS, 1995), Astrozytome (KUBE et al., 2003), Geburtsprobleme (HAHN, 1988).
IIn einer Studie über Kaiserschnitte in den USA und Kanada konnte gezeigt werden, dass Welpen brachycephaler Mütter nach Kaiserschnitten geringere Überlebenschancen haben (MOON et al., 2000).
Die Brachycephalie lässt sich u.a. charakterisieren durch den Schädel-Gesichtswinkel (REGODON et al., 1993), der beim Pekingesen 9 - 10°, beim Boxer 13 - 14° beim Greyhound hingegen 25 - 26° beträgt. Eine einfache Form der Objektivierung der Brachycephalie beschreibt HEINDL (1998) in einer Untersuchung an Perserkatzen. Es wird eine Verbindungslinie zwischen den beiden inneren Augenwinkeln gezogen und genau in der Mitte senkrecht zu dieser Linie bis zur Nasenspitze gemessen.
| Rasse | Körperbau | Einschlägige in der Literatur beschriebene Erkrankungen |
|---|---|---|
| Bulldogge: |
(FCI Standard Nr. 149 vom 1. 10.92) KKopf und Schädel: Kopfumfang groß, sollte (vor den Ohren gemessen) ungefähr der Schulterhöhe des Hundes entsprechen. Von vorne gesehen erscheint der Kopf vom Kinn bis zum Scheitel sehr hoch, auch sehr breit und kantig. Sich neben den Augen ausdehnende gut gerundete Backen. Von der Seite gesehen erscheint der Kopf vom Hinterkopf bis zur Nasenspitze sehr hoch und kurz. Stirnpartie flach, lose Hautfalten auf und um den Kopf, die aber weder zu stark ausgebildet sind noch das Gesicht überlappen dürfen. Stirnknochen ausgeprägt, breit, quadratisch und hoch. Tiefe und breite Einbuchtung zwischen den Augen. Vom Stop verläuft bis zur Mitte des Scheitels eine breite und tiefe Stirnfurche, die bis zum Hinterhauptbein fühlbar ist. Gesicht vom vorderen Teil der Backenknochen bis zur Nasenspitze kurz mit Hautfalten. Fang kurz, breit, aufwärts gebogen und vom Augenwinkel bis zum Lefzenwinkel sehr tief. Nase und Nasenlöcher groß, breit, schwarz, keinesfalls leberfarben oder braun. Nasenspitze in Richtung der Augen zurückgesetzt. Abstand vom inneren Augenwinkel (oder von der Mitte des Stops) bis zur Nasenspitze nicht länger als jener von der Nasenspitze zum Rand der Unterlippe. Nasenlöcher groß und weit geöffnet mit einer deutlichen senkrechten und geraden Linie dazwischen. Lefzen dick, breit hängend und sehr tief, den Unterkiefer seitlich vollständig überlappend, aber nicht vorne. Dort müssen sie bis zur Unterlippe reichen und vollständig die Zahnreihe bedecken. Kiefer breit, massiv und kantig. Unterkiefer vorne beträchtlich länger als der Oberkiefer und aufgebogen. Von vorne gesehen müssen die verschiedenen Partien des Gesichtes beiderseits einer gedachten Mittellinie gleichmäßig ausgewogen erscheinen. |
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| Japan Chin |
(FCI Standard Nr. 206 aus 1987) Schädel: breit und rund Stop: tief und eingekerbt NNase: sehr kurzer, breiter Nasenrücken. Die Nase liegt auf einer Linie mit den Augen Zähne: weiß und kräftig, Zangengebiss erwünscht; Scherengebiss oder Vorbiss zulässig. |
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| King Charles Spaniel |
( FCI Standard Nr. 128 vom 24.6.87) KKopf und Schädel: Im Verhältnis zur Größe ist der Schädel voluminös, gut gewölbt und über den Augen gut ausgefüllt. Der Nasenspiegel ist schwarz, die Nasenlöcher sind groß und gut geöffnet; die Nase ist sehr kurz und in Richtung Schädel aufgeworfen. Der Stop ist gut ausgeprägt. Der Fang ist quadratisch, breit und tief, gut aufgeworfen. Der Unterkiefer ist breit. Der perfekte Lefzenschluss vermittelt den Eindruck von Vollkommenheit. Keine Hängebacken unterhalb der Augen, obwohl die Wangen gut ausgefüllt sind. |
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| Mops | (FCI Standard Nr. 253 vom 20.2.89)br> Kopf und Schädel: großer runder Kopf, kein Apfelkopf, ohne Vertiefungen im Schädel. Fang kurz, stumpf und quadratisch, nicht aufgebogen, klar abgezeichnete Falten Fang/Gebiss: geringfügiger Vorbiss, Kreuzbiss, sichtbare Zähne oder Zunge höchst unerwünscht. Breiter Unterkiefer mit einer Schneidezahnreihe, bei der die Schneidezähne fast in einer Reihe stehen. |
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| Pekingese |
(FCI Standard Nr. 207 vom 24.6.87)br> Kopf und Schädel: Der Kopf ist groß, im Verhältnis breiter als hoch, der Schädel ist zwischen den Ohren breit und flach, nicht gewölbt, auch breit zwischen den Augen. Die Nase ist kurz und breit, die Nasenlöcher groß, geöffnet und schwarz. Der Fang ist breit und gut gefaltet, der Unterkiefer kräftig. Das Profil ist flach, der Nasenschwamm liegt, gut zurückversetzt, zwischen den Augen; der Stop ist betont; Nasenspiegel, Lefzen und Augenränder müssen unbedingt schwarz pigmentiert sein. Fang: gut anliegende Lefzen, die weder Zähne noch Zunge sichtbar werden lassen; der Unterkiefer muss unbedingt kräftig sein. |
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2. Offene Fontanellen
OOffene Fontanellen treten bei extrem zwergwüchsigen sowie bei kleinen brachycephalen Rassen auf und sind häufig mit dem Auftreten einer Ventrikulomegalie verbunden. Durch die bleibende Öffnung des Schädeldaches ist der notwendige Schutz des Gehirns nicht gewährleistet
| Rasse | Körperbau | Einschlägige in der Literatur beschriebene Erkrankungen |
|---|---|---|
| Chihuahua |
(FCI Standard Nr.218 vom 22. 5. 1995) Oberkopf: Schön gerundeter Apfelkopf (ein charakteristisches Merkmal der Rasse) ohne oder mit kleiner Fontanelle. Der Stop ist sehr ausgeprägt, tief und breit, da die Stirne über den Ansatz des Fangs gewölbt ist. |
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3. Abnorme Zahnstellungen
Das Gebiss des Hundes hat eine Reihe von Aufgaben, die sich unter anderem aus der früheren Lebensweise des Hundes als Jäger ergeben. Funktionell gesehen besteht das Gebiss aus verschiedenen Teilen mit verschiedenen Aufgaben. So besteht die Funktion des Caninus darin, die Beute festzuhalten. Durch die Länge und Form des Caninus ist ein guter Halt gegeben. Die Backenzähne und unter diesen insbesondere der Reißzahn, haben die Aufgaben, die Beute anzuschneiden und zu kauen.
Die Funktion der Schneidezähne im Rahmen der Nahrungsaufnahme liegt vor allem in der Feinarbeit des Knochenputzens. Die Schneidezähne haben aber auch noch Funktionen in anderen Lebensbereichen. Mit Hilfe der Schneidezähne floht und kratzt sich der Hund. Und mit Hilfe der Schneidezähne befreit die Hündin ihre Welpen aus der Eihülle. Die einwandfreie Funktion der Schneidezähne hängt von einer korrekten Stellung der Schneidezähne des Ober- und Unterkiefers zueinander, wie sie beim Scherengebiss oder Zangengebiss gegeben ist, ab. Ein Vorbiss durch eine Verkürzung des Oberkiefers führt zu einer erheblichen Beeinträchtigung der genannten Funktionen.
| Rasse | Körperbau | Einschlägige in der Literatur beschriebene Erkrankungen |
|---|---|---|
| Boxer |
(FCI Standard Nr. 144 vom 14.4.1993) Gebiss: Der Unterkiefer überragt den Oberkiefer und ist leicht nach oben gebogen. Der Boxer beißt vor. Der Oberkiefer ist breit am Oberkopf angesetzt und verjüngt sich nach vorne nur wenig. Das Gebiss ist kräftig und gesund. Die Schneidezähne sind möglichst regelmäßig in einer geraden Linie angeordnet, die Fangzähne weit auseinander stehend und von guter Größe. |
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| Bulldogge |
(FCI Standard Nr. 149 vom 1. 10.92)) Kopf und Schädel: Kiefer breit, massiv und kantig. Unterkiefer vorne beträchtlich länger als der Oberkiefer und aufgebogen. |
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Augen
1. Abnormer Größe und Form der Augen oder Augenlider
DDie Augenform und -größe gehört beim Hund zu den Merkmalen mit einer sehr großen rassespezifischen Variation wobei Abweichungen von der normalen Ausprägung des Auges bzw. seiner Umgebung zu erheblichen funktionellen Beeinträchtigungen führen können. Besonderes Augenmerk ist in diesem Zusammenhang dem korrekten Lidschluss und seiner Bedeutung für den Schutz des Augapfels und der Bindehäute zu widmen.
Eine zu große Lidspalte wie sie z.B. beim Bernhardiner oder Bluthund von Rassestandard her vorgesehen ist führt zu einer reflektorischen Verkrampfung der Lidränder, um die Austrocknung der Kornea zu verhindern. Dadurch entsteht eine viereckige Verformung der Lidspalte, das sog. Caro-Auge, das sich aus einer Einrollung des Lidrandes in der Nachbarschaft des rassetypisch ausgerollten Lidrandes ergibt (WALDE et al. 1997). Es kommt zu einem reflektorischen Enophthalmus und Vorfall der Nickhaut und zu chronischer Blepharoconjunctivitis.
| Rasse /th> | Körperbau | EEinschlägige in der Literatur beschriebene Erkrankungen |
|---|---|---|
| Bassethound |
(FCI Standard Nr. 163 vom 9.10.1989) Augen: rautenförmig, weder hervortretend noch zu tief gebettet.Das Rot der Nickhaut ist sichtbar, jedoch nicht übermäßig deutlich. |
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| Bloodhound |
FCI Standard Nr 84 vom 12. 12. 1978) Originaltext: Yeux: De couleur brun noisette foncée, la paupière inférieure est très pendante, de façon a montrer une muqueuse oculaire d'un rouge foncé. Les yeux étant assez enfoncée dans la tête, paraissent relativement petits |
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| Bernhardiner |
(FCI Standard Nr. 61 vom 19. Juli 1993) Augen: mittelgroß, dunkelbraun bis nussbraun, mäßig tief liegend, mit freundlichem Ausdruck, möglichst geschlossen. Lidränder vollständig pigmentiert. Natürlich gefestigter Lidschluss angestrebt; kleiner Knick am Oberlid und ein kleiner Knick mit wenig sichtbarer Bindehaut am Unterlid ist zulässig. |
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2. Kleine tiefliegende Augen.
EEine funktionelle Grundlage kleiner tiefliegender Augen ist bei solchen Rassen gegeben, bei denen die Augen einer größeren Verletzungsgefahr ausgesetzt sind. Das trifft vor allem für Jagdhunde und hier vor allem für Bauhunde zu. Die Verkleinerung des Augapfels im Sinne einer Mikrophthalmie führt aber zu Störungen der biomechanischen Interaktion zwischen Bulbus und Lidern; es kommt zur Entstehung eines Entropium bulbare und in der Folge zu einer sekundären Konjunktivoblepharitis (WALDE et al. 1997)
(CLARK und STAINER, 1994.)
| Rasse /th> | Körperbau | Einschlägige in der Literatur beschriebene Erkrankungen |
|---|---|---|
| Airedale Terrier |
(FCI Standard Nr. 7 vom 15.1.1989) AAugen: von dunkler Farbe, klein, nicht hervortretend, voller Terrierausdruck, Kühnheit und Intelligenz. Helles oder hervortretendes Auge ist höchst unerwünscht. |
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| Australian Terrier | (FCI Standard Nr. 8 vom 14.2. 1995)br> Augen: Die Augen sollen klein und oval sein mit durchdringendem Ausdruck, von dunkelbrauner Farbe weit voneinander eingesetzt und nicht vorstehend |
|
| Bedlington Terrier | (FCI Standard Nr. 9 vom 14. 9.1988)br> Augen: klein, leuchtend, tief gebettet. Das ideale Auge erscheint dreieckig....... |
|
| Bullterrier |
(FCI Standard Nr. 11 vom 24. 6. 1987) Originaltext: EEyes: appearing narrow, obliquely placed and triangular, well sunken, black or as dark brown as possible so as to appear almost black, and with a piercing glint. Distance from tip of nose to eyes perceptibly greater than that from eyes to top of skull.... |
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| Bloodhound |
(FCI Standard Nr. 84 vom 12. 12. 1978) Originaltext: Yeux: De couleur brun noisette foncée, la paupière inférieure est très pendante, de facon à montrer une muqueuse oculaire d'un rouge foncé. Les yeux étant assez enfoncée dans la tête, paraissent relativement petits. |
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| Chow Chow |
(FCI Standard Nr. 205 vom 20.2.1989) Augen: dunkel, mandelförmig, ziemlich klein und trocken. .......... Ein Hund mit etwas größeren Augen, die trocken und frei von Entropium sind, darf deswegen nicht geringer bewertet werden. |
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| EEnglish Toy Terrier |
(FCI Standard Nr. 13 vom 8.6.1988) Originaltext: Eyes: dark to black, without light shading from iris. Small, almond shaped, obliquely set and sparkling |
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| Jagdterrierr | (FCI Standard Nr. 103 vom 5.2.1996)br> Augen: dunkel, klein, oval, gut und verletzungssicher eingesetzt, gut anliegende Lider. Entschlossener Ausdruck. |
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| Neufundländer |
(FCI Standard Nr. 50 vom 9.12.1996) Augen: Verhältnismäßig klein und tief eingesetzt; sie liegen weit auseinander und es ist keine rote Bindehaut sichtbar. .......... |
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| Shar Pei |
(FCI Standard Nr. 309 vom 3.11.1995) Augen: von mittlerer Größe, mandelförmig, so dunkel wie möglich,........ Die Funktion der Augäpfel und Lider darf auf keinen Fall durch die umgebende Haut, durch Falten oder durch Haare beeinträchtigt werden. Jegliches Anzeichen für eine Reizung der Augäpfel, der Bindehaut oder der Augenlider ist höchst unerwünscht. |
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3. Große vorstehende Augen.
Bei kleinen brachycephalen Rassen liegt oft als Folge der Verkürzung des Gesichtsschädels und der daraus resultierenden Verflachung der Augenhöhle ein mehr oder weniger ausgeprägter Exophthalmus vor, der einerseits das Auge für Verletzungen und Irritationen mit erhöhter Anfälligkeit für Keratitiden (KETRING, 1980; McCALLA und MOORE, 1991; McCALLA und MOORE, 1991; JONGH und CLERC, 1996) disponiert sowie unter Umständen zu einer spontanen oder traumatisch bedingten Luxation eines Augapfels führen kann (MAILER et al., 1969; MAWAS et al., 1969; WALDE et al. 1997).
Eine bei Pekingesen durchgeführte Studie zeigte, dass bei den meisten der untersuchten Hunde durch eine verminderte Stabilität des Tränenfilms schleimige bzw. partikuläre Auflagerungen im Bereich des vorderen Auges auftraten (CARRINGTON et al., 1989). /p>
| Rasse | Körperbau | Einschlägige in der Literatur beschriebene Erkrankungen |
|---|---|---|
| Boston Terrier |
(FCI Standard Nr. 140 vom 24.9.1991) SSchädel: Der Schädel ist quadratisch, oben flach, ohne Faltenbildung; Wangen flach; Stirn scharf abgegrenzt, Stop deutlich ausgeprägt. Die Augen sind weit auseinanderliegend, groß und rund von dunkler Farbe mit wachsamem Ausdruck, dabei jedoch freundlich und intelligent. sie sollten waagrecht im Schädel platziert sein. Die äußeren Augenwinkel sollten, von vorne betrachtet mit den Wangen auf einer Linie liegen. Fehler am Kopf (u.a.): .....Augen klein oder tiefliegend, hervorquellend..... |
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| Cavalier King Charles Spaniel |
(FCI Standard Nr. 136 vom 10.3.1988) Augen: Groß, dunkel, rund jedoch nicht vorstehend, mit gutem Abstand voneinander. |
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| Dandie Dinmont Terrier |
(FCI Standard Nr. 168 vom 22.6.1988) Augen: kräftiges, dunkles Haselnussbraun; weit voneinander und tiefliegend, intelligent, groß, rund und voll, jedoch nicht hervortretend. |
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| Brussels Griffon | (FCI Standard Nr. 80 vom 4.3.1997) Augen: Sehr groß, schwarz, rund mit langen schwarzen Wimpern, Schwarz pigmentierte Lidränder. Die Augen müssen weit auseinanderliegen und hervorstehen. /td> |
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| Japan Chin |
(FCI Standard Nr. 206 aus 1987) Augen: Groß und rund, weit auseinanderliegend, schwarz und glänzend. |
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| King Charles Spaniel | ( FCI Standard Nr. 128 vom 24.6.87) Augen: Sehr groß und dunkel, weit auseinanderstehend. Die Augenlider stehen absolut rechtwinklig zur Gesichtsachse. Angenehmer Ausdruck |
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| Mops | (FCI Standard Nr. 253 vom 20.2.89)br> Augen: dunkel, sehr groß und kugelförmig, mit sanftem und bekümmertem Ausdruck, sehr glänzend und bei Erregung voller Feuer. |
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| Pekingese |
(FCI Standard Nr. 207 vom 24.6.87) Augen: groß. klar, rund, dunkel und glänzend. |
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| Shi Tzu |
(FCI Standard Nr. 208 vom 24. 6. 1987 Augen: Groß, dunkel, rund mit gutem Abstand voneinander, jedoch nicht hervorstehend. Herzlicher Ausdruck...... |
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| Tibet Terrier |
(FCI-Standard Nr. 209 vom 30. 11. 1990) Augen: Groß, rund, weder hervorquellend noch tiefliegend; ziemlich weit auseinanderliegend, dunkelbraun, Augenlider schwarz. |
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Ohren
1.Hängeohren
Hängeohren sind in erster Linie ein Risikofaktor für Otitis externa, die durch eine mangelhafte Luftzirkulation im Gehörgang bzw. durch in den Gehörgang wachsende Haare begünstigt wird (MULLER et al. 1993). Extremes Kopfschütteln oder Kratzen bei bestehender Otitis externa kann zum Auftreten von Kratzverletzungen wie Ohrrandfissuren oder Othämatomen führen.
| Rasse /th> | Körperbau | Einschlägige in der Literatur beschriebene Erkrankungen |
|---|---|---|
| English Cocker Spaniel |
(FCI Standard Nr. 5 vom 2.3.1988) BBehang: Lappig, in Augenhöhe angesetzt. Leder dünn, bis zur Nasenspitze reichend. Gut bedeckt mit langem, glattem seidigem Haar. |
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| Bassethound | (FCI Standard Nr. 163 vom 9.10. 1989)br> Behang: Tief, genau unterhalb der Augenlinie angesetzt, lang, jedoch nicht übertrieben reicht er gut bis zur Spitze eines Fanges von korrekter Länge. In der vollen Länge schmal und gut nach innen eingerollt, sehr geschmeidig, fein und samtartig in der Beschaffenheit. |
|
| Bloodhound |
(FCI Standard Nr. 84 vom 12. 12. 1978) Originaltext: Oreilles: Suffisamment longues, pour que, passée par dessus le nez, elles le dépassent encore; attachées bas, elles pendent en avant contre les mâchoires en plis gracieux; la peau, très mince est couverte de poil très court, doux et soyeux. |
|
Haut /h3>
1. Hautfalten
BBei starken Hautfalten kommt es durch die Reibung Haut gegen Haut zu Irritation und geringfügigen Traumatisierungen der Haut. Die ungenügende Luftzirkulation in den Hautfalten führt bei zusätzlichen Belastungen durch Feuchtigkeit, Drüsensekrete, Exkrete, Speichel, Tränenflüssigkeit oder Urin zu Bakterienwachstum und Hautmazeration mit nachfolgender Entzündung der Haut. Bei Gesichtsfalten kann es durch Reiben der Falten auf der Hornhaut zur Ausbildung einer schweren Keratititis mit Hornhautulzeration kommen (MULLER et al. 1993). Beschrieben werden folgende Formen der Faltendermatitis: Gesichtsfaltendermatitis, Lefzenfaltendermatitis, Körperfaltendermatitis, Vulvafaltendermatitis, Schwanzfaltendermatitis.
| Rasse /th> | Körperbau | EEinschlägige in der Literatur beschriebene Erkrankungen |
|---|---|---|
| Bassethound | (FCI Standard Nr. 163 vom 9.10. 1989)br> AAllgemeines Erscheinungsbild: .... Eine gewisse Menge loser Haut ist erwünscht. Kopf und Schädel: .......An Stirn und Wangen darf mäßige Faltenbildung vorhanden sein. In jedem Fall soll die Haut am Kopf so lose sein, dass sie sich deutlich runzelt, wenn sie nach vorne gezogen oder wenn der Kopf gesenkt wird. Die Lefzen der Oberlippe überragen die der Unterlippe beträchtlich........ |
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| Bulldogge |
(FCI Standard Nr. 149 vom 1. 10.92) Kopf und Schädel: ............ Stirnpartie flach, lose Hautfalten auf und um den Kopf, die aber weder zu stark ausgebildet sind noch das Gesicht überlappen dürfen................. Gesicht vom vorderen Teil der Backenknochen bis zur Nasenspitze kurz mit Hautfalten. .......... Lefzen dick, breit hängend und sehr tief, den Unterkiefer seitlich vollständig überlappend, aber nicht vorne. Dort müssen sie bis zur Unterlippe reichen und vollständig die Zahnreihe bedecken. |
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| Bloodhound |
FCI Standard Nr. 84 vom 12. 12. 1978) Originaltext: Crâne.........La peau du front et des joues est profondément ridée, plus que chez toute autre râce de chien. |
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| Mops |
(FCI Standard Nr. 253 vom 20.2.89) Kopf und Schädel: ..........., klar abgezeichnete Falten. |
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| Pekingese |
(FCI Standard Nr. 207 vom 24.6.87) Kopf und Schädel: .......Der Fang ist breit und gut gefaltet...... |
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| Shar Pei |
(FCI Standard Nr. 309 vom 3.11.1995 Allgemeines Erscheinungsbild: .......Im Welpenalter feste Falten über den ganzen Körper verteilt. Beim erwachsenen Hund sind deutliche Falten nur auf der Stirn und über dem Widerrist erlaubt. Falten: Die Falten auf der Stirn müssen deutlich erkennbar sein, dürfen jedoch die Augen keinesfalls beeinträchtigen......... Die Falten auf der Stirn bilden ein Muster, das dem chinesischen Symbol für Langlebigkeit ähnelt. Dies ist ein wesentliches Rassemerkmal..... Augen: ..........Die Funktion der Augäpfel und Lider darf auf keinen Fall durch die umgebende Haut, durch Falten oder durch Haare beeinträchtigt werden. Jegliches Anzeichen für eine Reizung der Augäpfel, der Bindehaut oder der Augenlider ist höchst unerwünscht. Körper: Überreichlich Haut am Körper beim erwachsenen Hund ist höchst unerwünscht. Widerrist: Geringe Hautfalten über dem Widerrist. |
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2. Haarlosigkeit
Haarlosigkeit wird beim Hund als autosomal rezessives (SPONENBERG et al. , 1988) oder autosomal dominantes (GOTO et al., 1987; KIMURA et al., 1993; WEGNER, 1995) Merkmal vererbt. Die bekanntesten haarlosen Hunderassen sind der mexikanische Nackthund, der Xoloitzquintle und der Chinesische Nackthund, der Chinese Crested.
Die Haarlosigkeit dieser Hunderassen ist eine Defektmutante mit rezessiver Letalwirkung. Bei der Paarung zweier Nackthunde ergeben sich 25% Nachkommen, die das Gen für Haarlosigkeit in doppelter Dosis tragen. Diese Welpen sind nicht lebensfähig, sie sterben kurz vor oder nach der Geburt (WEGNER, 1995). Aber auch die Vitalität der heterozygoten haarlosen Hunde ist herabgesetzt. Die Überlebensrate haarloser Welpen ist basierend auf der fehlenden Temperaturegulation durch das Fell deutlich niedriger als die von behaarten und kann allenfalls durch Erhöhung der Raumtemperatur auf mindestens 25 Grad verbessert werden (KIMURA et al., 1993).
Japanische Untersuchungen zeigten Unterschiede in immunologischen Parametern zwischen haarlosen und behaarten Hunden. So zeigten haarlose Hunde (Mexikanische Nackthunde) eine geringere IgG - Antwort auf Immunisierung mit Schaferythrozyten. Histologische Untersuchungen des Thymus zeigten Thymusatrophie mit Ersatz des Parenchyms durch Fettgewebe, Fehlen von Lymphozyten und Dysplasie des Epithelgewebes im Bereich der Medulla (HIROTA et al., 1990).
In einer anderen Studie wurden Mexikanische Nackthunde mit Beagles gekreuzt und bei den Nachkommen die haarlosen mit den behaarten verglichen. Bis zum Alter von 2 Monaten zeigte sich kein Unterschied im Thymus, bei älteren Nackthunden kam es zur Atrophie des Thymus, zu einer Lymphozytenverarmung der Milz und der Mesenteriallymphknoten (FUKUTA et al., 1991).
In einer weiteren Studie wurden Cortison-, Progesteron- und Testosteronspiegel von haarlosen und behaarten Hunden verglichen (IWAMURA et al., 1992). Während beim Progesteronspiegel kein Unterschied zwischen haarlosen und behaarten Hündinnen nachzuweisen war, war der Testosteronspiegel der haarlosen Rüden signifikant niedriger als der der behaarten. Der Kortisonspiegel der haarlosen Welpen im Alter von 4 bis 5 Wochen war höher als der der behaarten. Eine Untersuchung von Serum- und hämatologischen Parametern zeigte mit Ausnahme der Erythrozytenzahl, der Hämoglobinkonzentration und des Hämatokrits, die bei haarlosen Hunden geringfügig höher waren, keine Unterschiede zwischen haarlosen und behaarten Hunden (KIMURA et al., 1992).
Die Haut der haarlosen Hunde zeigt typische Veränderungen gegenüber behaarten Hunden (FUKUTA et al., 1991; KIMURA und DOI, 1994). Beim neugeborenen Welpen ist die Epidermis dick, der Übergang zwischen Dermis und Epidermis ungleichmäßig. Mit zunehmendem Alter wird die Epidermis dünner und die Zahl der Haarfollikel und der apocrinen Schweißdrüsen, die auch beim jungen Hund deutlich niedriger ist als bei behaarten Tieren, nimmt weiter ab. Die Haut behaarter Hunde ist von Geburt an relativ dünn und zeigt keine wesentlichen Veränderungen mit zunehmendem Alter. In der Haut von haarlosen Hunden finden sich zudem weniger Mastzellen als in der von behaarten.
Ein besonderes Kennzeichen der haarlosen Hunde ist ihr mehr oder weniger zahnloses Gebiß (CLARK und STAINER, 1994; VALADEZ AZUA, 1995; WEGNER, 1995) in dem nicht nur die Prämolaren fehlen sondern auch Schneidezähne und Canini.
Haarlose Hunde wurden in diversen Untersuchungen als Tiermodell für die Auswirkung von Sonnenbestrahlung bzw. Sonnenschutzpräparaten für den Menschen verwendet (YANKELL et al., 1970; KIMURA und DOI, 1994; KIMURA und DOI, 1994; KIMURA und DOI, 1995; WEGNER, 1995; ISHII et al., 1997). Sie zeigen ähnlich wie der Mensch Bräunung und Sonnenbrand. Eine weitere Analogie zum Menschen ist die Disposition zur Entstehung eitriger Komedonen (KIMURA und DOI, 1996).
| Rasse | Körperbau | Einschlägige in der Literatur beschriebene Erkrankungen |
|---|---|---|
| Chinese Crested Dog |
(FCI-Standard Nr. 288 vom 18. Juni 1989) Allgemeines Erscheinungsbild: ein kleiner lebhafter und anmutiger Hund, Knochen mittelstark bis leicht. Körper ebenmäßig, entweder haarlos, mit Haarwuchs an den Pfoten, am Kopf und an der Rute oder leicht mit einem weichen Haarschleier eingehüllt. Haarkleid: an keiner Stelle des Körpers größere behaarte Stellen. Haut feinkörnig; sie fühlt sich weich und warm an. Bei den "Powder Puffs" besteht das Haarkleid aus der Unterwolle und einem weichen langen Haarschleier, dieser ist ein besonderes Merkmal. Fang/Gebiss: kräftige Kiefer mit einem perfekten, regelmäßigen Scherengebiss. |
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| Xoloitzquintle |
(FCI-Standard Nr. 234 vom 22. Mai 1995) Allgemeines Erscheinungsbild: ......seine wichtigste und charakteristische Eigenschaft ist das vollständige oder fast vollständige Fehlen der Haare bei weicher und glatter Haut. Haut: Wegen der vollständigen Haarlosigkeit hat die Haut bei dieser Rasse eine besonders große Bedeutung. Sie ist glatt und sehr sensibel bei der Berührung. Sie scheint wärmer zu sein, da die Wärme direkt ausstrahlt, während bei den behaarten Tieren die Wärmeausstrahlung sich zwischen den Haaren durch normale Lüftung verliert. Deshalb verlangt diese Haut mehr Sorgfalt, da sie den natürlichen Schutz gegen Sonnenbestrahlung und gegen die Unbill des Wetters entbehrt. Unfallnarben sind nicht zu bestrafen. Der Hund schwitzt an den Pfoten (an den Ballen und an der Interdigitalmembran), weswegen er fast nie hechelt. Zähne: Die Schneidezähne schließen dicht in Form eines Scherengebisses. Vor- und Rückbiss sowie jede andere Stellungsanomalie sind als schwere Fehler einzustufen. Das Fehlen von Prämolaren und Molaren wird bei der Beurteilung nicht bestraft. FEHLER: ...........- Haar an Stellen, welche im Standard nicht angeführt sind......... ZUCHTAUSSCHLIESSENDE FEHLER: - am ganzen Körper behaarte Hunde.......... |
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| Peruanischer Nackthund |
(FCI-Standard Nr. 310 vom 3. März 1997) Allgemeines Erscheinungsbild: ........Der Rasse fehlen als grundlegendes Merkmal am ganzen Körper die Haare. Eine weitere Besonderheit ist das fast immer unvollständige Gebiss....... Haut: Auf der gesamten Körperoberfläche soll die Haut glatt und elastisch sein; sie kann aber auf dem Kopf und um Augen und Wangen einige rundliche nahezu konzentrische Linien bilden. Man hat festgestellt, dass die innere und äußere Temperatur bei diesen Hunden exakt derjenigen anderer Rassen entspricht; das Fehlen eines Haarkleides führt zu einer sofortigen und direkten Wärmeabgabe, wohingegen bei Hunden mit Haarkleid die Wärme durch das Haar mittels natürlicher Luftumwälzung abgeführt wird. Haarbeschaffenheit: Um dem Namen Nackthund zu genügen, muss das Haarkleid fehlen; man gestattet einige Haarreste auf dem Kopf und an den Enden von Gliedmaßen und Rute und manchmal einige wenige Haare auf dem Rücken. Zähne: Die Schneidezähne zeigen Scherenschluss und die Fangzähne sind normal entwickelt; das Fehlen von einem oder aller Prämolaren oder Molaren ist zulässig. AUSSCHLIESSENDE FEHLER: - Übermäßig viel Haar an den vom Standard erlaubten Stellen - Haar an vom Standard nicht erlaubten Stellen........... |
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Farbe
1. Merle-Faktor
Der Merle Faktor ist ein Farbgen, von dem man einen inkomplett dominanten Erbgang annimmt (WIESNER und WILLER, 1983; HERRMANN und WEGNER, 1988; WEGNER, 1995). Bei heterozygoten Tieren ergibt sich die gewünschte Merle Färbung, die in einer unregelmäßigen und individuell sehr unterschiedlichen lokalen Pigmentaufhellung besteht. Bei homozygoten Tieren ergibt sich eine weitergehende Pigmentaufhellung bis hin zu völliger Pigmentlosigkeit (WIESNER und WILLER, 1983; WEGNER, 1995).
Über die Defektwirkung des Merlegens gibt es eine Reihe von Untersuchungen aus einer speziell gezüchteten Tigerdackelkolonie (WEGNER und REETZ, 1975). Es werden Veränderungen im Bereich der Augen (DAUSCH et al., 1977; MEYER, 1977; FLACH et al., 1980; WEGNER und AKCAN, 1980; AKCAN und WEGNER, 1983; KLINCKMANN et al., 1986; KLINCKMANN et al., 1987; KLINCKMANN und WEGNER, 1987; HERRMANN und WEGNER, 1988), des Gehirns (AKCAN und WEGNER, 1985), des Gehörs (REETZ et al., 1977; FLACH, 1980), der Schwimmfähigkeit (WEGNER und REETZ, 1977) und der Reproduktion (TREU et al., 1976; MEYER, 1977) gefunden. Die beschriebenen Veränderungen waren bei den Homozygoten jeweils stärker ausgeprägt, in den meisten Fällen aber auch bei den Heterozygoten vorhanden.
Auch bei anderen Rassen werden Defekte im Zusammenhang mit der Merle Färbung beschrieben. So berichtet FIEDLER (1986) über signifikant niedrige Wurfgröße bei der Paarung von Tigerdoggen untereinander im Vergleich zu der Paarung von Nichttigern untereinander bzw. Tiger mit Nichttiger. Nach KELLNER und LEON (1986) lag die Inzidenz der Collie Eye Anomalie bei Blue Merle Collies deutlich höher als bei Collies anderer Färbungen. Beim Australian Shepherd Dog wurde Microphthalmie mit Kolobomen häufiger bei Merle Tieren mit höherem Weißanteil als bei Merle-Tieren mit geringerem Weißanteil gefunden (GELATT et al., 1981).
Da die in der Tigerdackelkolonie durchgeführten Untersuchungen auf relativ geringen Tierzahlen basieren und die untersuchten Tigerdackel eine stark ingezüchtete auf nur zwei Rüden zurückgehende Population darstellen (WEGNER und REETZ, 1975), lässt sich aus den zitierten Arbeiten eine Tierschutzrelevanz der Merlefärbung insbesondere der heterozygoten Merletiger nicht für alle Rassen verbindlich ableiten.
2. Pigmentmangel
Neben der Merlefärbung gibt es auch noch andere Farbvarianten, die mit gesundheitlichen Problemen verbunden sind. Insbesondere weiße Farbe kann bei entsprechender genetischer Grundlage mit Taubheit kombiniert auftreten.
Weiße Farbe kann auf verschiedenen genetischen Mechanismen beruhen. Im wesentlichen sind es drei unterschiedliche Genloci, die dafür verantwortlich sind ob ein Tier pigmentiert oder nicht pigmentiert ist. Grundlage jeder Pigmentierung ist die Anwesenheit von Melanin in Hautzellen und /oder Haaren. Melanin wird aus der Aminosäure Tyrosin unter Mitwirkung des Enzyms Tyrosinase synthetisiert. Fehlt Tyrosinase kann kein Melanin gebildet werden, das Tier ist weiß. Diese Weißform wird als Albinismus bezeichnet und zeichnet sich durch das vollständige Fehlen von Melanin aus, erkenntlich auch an den roten Augen der betroffenen Tiere. Das Hörvermögen ist durch diese Form von weiß nicht beeinträchtigt (STRAIN, 2004)
Wird Melanin gebildet aber nur in geringer Menge in Haare oder Hautzellen eingelagert ergibt sich ein Verdünnungseffekt, der zu aufgehellter Pigmentierung bis hin zu praktisch weißer Farbe führt. Auch in diesem Fall ist das Gehör nicht beeinträchtigt (CATTANACH, 2004, STRAIN, 2004)
Die dritte Grundlage für weiße Farbe ist das Fehlen der melaninbildenden Zellen, der Melanozyten. Diese entstehen während der frühen Embryonalentwicklung im Bereich des Rückenmarks und wandern später zu den Stellen wo Melanin gebildet werden soll. Dazu gehören neben der Haut auch die Iris und das Innenohr. Durch einen Gendefekt kann es zu einer Störung dieser Migration kommen, sodass an den entsprechenden Stellen keine Melanozyten anwesend sind. Bei vollständigem Ausfall der Melanozytenmigration ist das betroffene Tier weiß, bei lokal begrenzter Behinderung der Migration entsteht Scheckung. In vielen Fällen haben die Tiere blaue Augen. Durch eine entsprechende Form der Migrationsbehinderung kann es auch zum Fehlen von Melanozyten im Innenohr kommen.
Die Funktion der Melanozyten im Innenohr ist noch nicht vollständig geklärt, sicher ist aber, dass das Fehlen dieser Zellen zu einer Degeneration der Haarzellen, die für einen funktionierenden Gehörsinn verantwortlich sind, führt. Damit kommt es zu einer sogenannten sensorineuralen Taubheit, d.h. dass akustische Reize von den degenerierten Sinneszellen nicht weitergeleitet werden können und das Tier damit vollständig taub ist. Diese spezielle Form der Innenohrtaubheit ist somit obligat mit weißer Farbe verbunden (STRAIN, 1996).
Beschrieben wird die weißbedingte Taubheit bei Katzen und verschiedenen Hunderassen (STRAIN, 1999, STRAIN 2004), analoge Krankheitsbilder sind auch bei Maus (TACHIBANA et al., 2003) und Mensch (NAJAK and ISAACSON, 2003) bekannt. Die Hunderasse mit der höchsten Prävalenz der Taubheit ist der Dalmatiner. Das spezielle Problem beim Dalmatiner ist die Besonderheit der genetischen Grundlage der dalmatinertypischen und vom Rassestandard verlangten Färbung. Diese beruht auf der Kombinationswirkung von zwei verschiedenen Genloci. Einer dieser Genloci modifiziert die Migration der Melanozyten und verursacht auf diese Weise eine extreme Weißscheckung auch als extreme Piebald-Scheckung bekannt. Zuchtziel ist ein Hund, der praktische keine Pigmentierung am Körper mehr zeigt, Pigmentierungsreste, als Platten oder Patches bekannt, sind unerwünscht. Dieses Zuchtziel ist auch relativ leicht zu erreichen, denn im Gegensatz zu den sich erst später entwickelnden Tupfen, sind die Platten bereits beim neugeborenen Welpen zu erkennen und führen meistens zu dessen Merzung. Die vom Standard erwünschten Tupfen beruhen auf der Wirkung eines dominanten Gens und treten erst im Laufe der ersten Lebenswochen auf.
Fatalerweise führt nun eben genau diese Zuchtstrategie des Ausmerzens von Platten zu der hohen Taubheitsprävalenz beim Dalmatiner. Nach Untersuchungen von STRAIN (2004) an einem umfangreichen Datenmaterial tritt sensorineurale Taubheit seltener bei Dalmatinern mit Platten bzw. mit pigmentierter Iris auf. Mit Platten können und wollen aber die Dalmatinerzüchter nicht leben. Der fast schon klassische Ausspruch einer österreichischen Züchterin "lieber habe ich einen tauben Dalmatiner als einen mit einer Platte" zeigt das Dilemma.
Immerhin ist sogar im offiziellen FCI-Standard (FCI-Standard Nr. 153 vom 14.4.1999) des Dalmatiners folgende Empfehlung enthalten:
- sollten beidseitig taube Dalmatiner sowie blauäugige Dalmatiner von der Zucht ausgeschlossen werden; im Idealfall einseitig taube Hunde desgleichen
- Hunde mit Monokel (periokuläre Platte) oder Platten anderswo sollten zur Zucht zugelassen werden
- Hunde mit pigmentiertem Hodensack sollten bevorzugt werden
Der immer wieder von Züchtern gehörte Einwurf, dass die Zucht mit "Plattenhunden" nach dem internationalen Standard nicht zulässig sei, entbehrt somit der Grundlage. Eine Einbeziehung von Hunden mit Platten in die Zucht zur Verbesserung bzw. Eliminierung der Taubheit beim Dalmatiner ist also grundsätzlich nur eine Frage des guten Willens. Zudem steht mit der Hirnstammaudiometrie (STRAIN, 1999) ein sicheres Diagnoseverfahren zur Verfügung, das bereits im Alter von 7 Wochen, also noch bevor der Welpe an den neuen Besitzer abgegeben wird eine zuverlässige Detektierung der ein- bzw. beidseitig tauben Tiere ermöglicht. Hier wird es langfristig wohl der "Markt" sein, der das Problem regelt und die Scheu der Züchter vor der Zucht mit Plattenhunden abbaut. Denn welcher Züchter will schon im schlimmsten Fall auf einem Wurf tauber Welpen sitzenbleiben, die ihm niemand abnimmt.
Ein weiteres Pigmentmangelsyndrom, das mit gesundheitlichen Problemen einhergeht ist die Verdünnung von Schwarz zu Blau. Diese Farbvariante tritt allerdings eher selten auf und wird auch in keinem Rassestandard ausdrücklich gefordert. Ursprünglich beim Dobermann beschrieben (BARTHA, 1963) wurde das Krankheitssyndrom als "Blauer Dobermann Syndrom" bezeichnet. Es sind aber auch andere Rassen betroffen wie Dogge, Greyhound, Irish Setter, Pudel, Yorkshire Terrier und Dackel (BECO et al., 1996; SACHVERSTÄNDIGENGRUPPE TIERSCHUTZ UND HEIMTIERZUCHT, 2002). Der zugrunde liegende Defekt besteht in einer Insuffizienz der Nebennierenrinde, die mit Störungen der Immunabwehr einhergeht. Betroffene Tiere neigen zu Haarausfall mit starker Schuppenbildung, Pustelbildung, eitrige Hautentzündungen sowie zu Störungen des Lymphsystems.
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